Wuppertal: Kuball beleuchtet Uni Wuppertal

Wuppertal: Kuball beleuchtet Uni Wuppertal

Mit Licht ein Zeichen setzen, das in Stadt und Region abstrahlt – das will Lichtkünstler Mischa Kuball in Wuppertal. Der Düsseldorfer hat für den 40. Geburtstag der Bergischen Universität mit "MetaLicht" eine dauerhafte Lichtinstallation entworfen, die die Gebäudetürme und die Silhouette des Betonbaus hoch über dem Tal der Wupper betont und somit "die Gesamtwahrnehmung der Uni positiv beeinflusst", sagt Kuball, der unter anderem "Megazeichen" am Düsseldorfer Mannesmann-Hochhaus und das raumbezogene Projekt "New Pott" im Rahmen von Ruhr.2010 realisierte.

Zurzeit bringen Kletterer die Grundkonstruktion an die Fassade der Uni an, die 1972 als Gesamthochschule eröffnet wurde. 900 LED-Lichter sollen ab 22. Oktober, wenn das Projekt offiziell startet, jeden Abend in wechselnden Abläufen und Konstellationen die Uni in ein anderes Licht setzen. Je nach Perspektive auf die Uni wechselt das Bild ständig. Die Uni sei für ihn ein Schrittmacher für die Region. Das weiße Licht stehe für Aufklärung und Wissenstransfer. Den Künstler hat das "große Format einer Uni" besonders gereizt: "Eine ganze Universität als Ausgangsmaterial – das ist eigentlich ein Traum." Sein "Mut" (so Kuball) sei getragen gewesen von der Vision von Professor Lambert T. Koch, als Rektor des Jahres ausgezeichneter Leiter der Bergischen Universität.

Kuball, Professor für Lichtkunst an der Kunsthochschule für Medien in Köln, war Koch empfohlen worden, auch weil er damit vertraut ist, in urbanen Situationen zu arbeiten. Koch: "Er sollte mit Lichtkunst etwas schaffen, was die Profile der Uni hervorhebt, die sonst nicht so erkennbar sind." In diesen schwierigen Zeiten transportiert "MetaLicht" symbolhaft, dass junge Leute als Wissensträger wichtig sind für den Strukturwandel. Er selbst sei fasziniert von Kuballs Arbeiten im sakralen Raum, wie der Künstler "Atmosphäre aufnimmt und nicht mit Licht überkleistert".

Kuball zeichnet jedoch nicht nur die Umrisse der Uni nach. Er orientiert sich an den Türmen und Kerntreppenhäusern, die verknüpft für ihn "die Matrix der Architektur" der Uni darstellen, die mit ihrer Betonoptik klar aus den 70ern stammt. Ein Zufallsgenerator kann mehrere tausend mögliche Konstellationen und Lichtbewegungen entwerfen. Kuball: "Das Auge wird keine Wiederholung wahrnehmen."

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Das 950 000 Euro teure Projekt ist ein Geschenk verschiedener Sponsoren an die Bergische Universität. Auch der Betrieb erfolgt für die Uni kostenneutral. Er soll dauerhaft durch "Grünen Strom" gewährleistet sein, den drei noch auf dem Campus-Gelände zu errichtende Windturbinen erzeugen. "MetaLicht" verbraucht im Jahr so viel Energie wie zehn Haushalte.

Info Mit einem Festakt feiert die Bergische Universität am 29. Juni ihren 40. Geburtstag.

(RP)