Neue Orgel-CD aus St. Peter Hymnischer Gruß nach London

Düsseldorf · Eine neue CD porträtiert zum Kirchenjubiläum die Göckel-Orgel in St. Peter (Friedrichstadt). Ulrich Karg spielt ein apartes deutsch-französisches Programm.

Der Organist und Komponist Louis Vierne, dessen „Carillon de Westminster“ die neue CD beschließt.

Der Organist und Komponist Louis Vierne, dessen „Carillon de Westminster“ die neue CD beschließt.

Foto: PAG

Die Pfarrgemeinde St. Peter in Düsseldorf-Friedrichstadt besteht 125 Jahre. Dieses Jubiläum feiert sie unter anderem mit Gebraus – und zwar von der wunderschönen Göckel-Orgel, die im Jahr 2001 erbaut wurde, im Jahr 2007 einem verheerenden Brand (und vor allem einem unvermeidlichen Löschwasserschaden) ausgesetzt war, doch mittlerweile wieder restauriert ist. Derzeit ist Ulrich Karg Kirchenmusiker in der Kirche, ihm ist die schöne Orgel-CD „125 Jahre Kirche St. Peter“ zu verdanken, die ein deutsch-französisches Programm bietet.

Sie beginnt überraschend: mit Toccata und Fuge d-Moll BWV von Johann Sebastian Bach. Das Werk ist durch millionenfache Nutzung dermaßen abgedroschen, dass es fast schon wieder originell ist, sie aufs Programm zu setzen. Karg spielt die Toccata mit freiem Geist und ohne affige Brillanzbeschleunigung. Hübsche Registrierlösungen glücken in Michel Correttes „Magnificat“. Mit ruhiger Souveränität gestaltet Karg die Fantasie C-Dur von César Franck. Das Kabinettstückchen der CD, die Christoph Martin Frommen exzellent aufgenommen und abgemischt hat, ist die kaum bekannte zweite Orgelsuite von Léon Boëllmann, die mit zauberhaften Melodien und einem pompösen Marsch am Ende gefällt: eine Entdeckung.

Vollends kommt das Potenzial der Orgel in Louis Viernes immer wieder erhebendem London-Gruß „Carillon de Westminster“ zum Ausdruck. Hier bahnt sich die Musik einen unschlagbaren Weg zum Hymnus. Karg lässt sich beim Spielen keine Sekunde aus der Kurve tragen.

Wer jenseits dieser CD die Göckel-Orgel in St. Peter mit hochvirtuosem Repertoire bestaunen will: Stefan Schmidt, einer der Vorgänger Kargs, seit 2005 Domorganist in Würzburg und Professor an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf, hat im Oktober seine alte Orgel traktiert – unter anderem mit der komplexen Suite op. 5 von Maurice Duruflé. Deren Toccata gilt als einer der großen Orgelthriller. Schmidt spielt sie mit fabelhafter Coolness. Im Internet kann man sich von seinem famosen Spiel noch einmal kalt abduschen lassen.

Info Die CD von Ulrich Karg kann im Pfarrbüro von St. Peter und nach den Gottesdiensten zu einem Preis von zehn Euro gekauft werden. www.turmhochsechs.de

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