Neue CD „Saga“ Herrliche Klangreise des Arundos-Quintetts

Düsseldorf · Die fünf Bläser des Arundos-Quintetts haben eine tolle neue CD vorgelegt. Sie heißt „Saga“ und bietet neben Debussy sogar Blues und eine Uraufführung.

Wolfram Goertz
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 Das Cover der neuen CD des Arundos-Quartetts.

Das Cover der neuen CD des Arundos-Quartetts.

Foto: Audite

Klassik Ab wie vielen Musikern braucht ein Ensemble eigentlich einen Dirigenten? Wie lange können die einzelnen Mitglieder den Gesamtklang noch unabhängig bewerten, wann ist ein akustischer, stilistischer Supervisor vonnöten? Nun, es geht nicht selten bis hoch zum Nonett. Und auch etliche Kammerorchester werden vom Konzertmeister-Pult geführt und klingen durchweg exzellent, ohne dass jemand von außen die Hörner zurückgepfiffen oder etwas mehr Vibrato bei den Violoncelli verlangt hätte.

Auch das Arundos-Bläserquintett greift auf externe Beratung vermutlich nur selten zurück, die fünf Mitglieder verfügen selbst über genügend interne Bewertungskompetenz. Das kann man auch von der neuen und zweiten CD des Ensembles mit Sicherheit sagen. Sie heißt „Saga“ (beim Label Audite) und schickt den Hörer auf eine Erlebnis- und Fantasiereise, die von vier ungewöhnlich schönen, schillernden, sinnenfrohen Stücken animiert wird.

Das ist zunächst die bezaubernde „Petite suite“ von Claude Debussy in einem Arrangement von Gordon Davies. Sodann das schmeichlerische, überhaupt nicht ungemütlich modern klingende Quintett von Kevin Beavers (1971 geboren), einer Auftragsarbeit der Arundos-Musiker. Das Quintett „La Nouvelle Orleans“ von Lalo Schifrin jongliert lasziv mit Mustern aus Blues und Ragtime. Und das „Kvintet“ des dänischen Komponisten Carl Nielsen ist eine herrliche Spielerei mit der Musikgeschichte, bei der man den Einfluss Mozarts vergnügt spürt. Alles lauter Musik also zur Steigerung des Wohlgefühls.

Die fünf Musiker sind erstklassig, jedes Instrument wird meisterlich betreut: Anna Sahas schwebend-leichte Flöte, Yoshihiko Shimos zauberische Oboe, Christine Stemmlers intensiv-schöne Klarinette, Lisa Rogers‘ virtuoses Horn, Yuka Maehrles famoses Fagott. Ihre Kommunikation funktioniert also ohne Dirigentenstöckchen, einzig durch wachen Blick, durch das gemeinsame Atmen – und durch wirklich faszinierende Musikalität. Wolfram Goertz

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