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Kölner Schau zeigt jüdisches Leben seit 1700 Jahren in Deutschland

Neue Ausstellung im Kölner Kolumba-Museum : Seit 1700 Jahren jüdisches Leben in Deutschland

Im Kolumba-Museum des Erzbistums Köln wird ein frühmittelalterliches Dokument gezeigt, das als frühester schriftlicher Nachweis für jüdisches Leben nördlich der Alpen gilt. Es ist Teil der Ausstellung „In die Weite. Aspekte jüdischen Lebens in Deutschland“.

(KNA) Im Kunstmuseum des Erzbistums Köln Kolumba ist eine Ausstellung zu jüdischem Leben in Deutschland zu sehen. „Köln hat für ein Jahr ein jüdisches Museum“, sagte Kolumba-Direktor Stefan Kraus am Montag in Köln. Die Schau „In die Weite. Aspekte jüdischen Lebens in Deutschland“, die am Mittwoch, 15. September, für Besuchende öffnet, wolle die Geschichten hinter den Exponaten erzählen. Neben Stücken aus der eigenen Sammlung werden rund 100 Leihgaben gezeigt, darunter seltene Handschriften, Alltagsobjekte, religiöse Gegenstände, archäologische Funde und Gemälde jüdischer Künstler. Ein Teil der Exponate wechselt bis zum Ausstellungsende am 15. August 2022.

Höhepunkt der Schau, die einen Bogen von der Antike bis in die Gegenwart schlägt, ist die frühmittelalterliche Abschrift eines kaiserlichen Erlasses, der auf das Jahr 321 datiert. Dieses Dokument gilt als frühester schriftlicher Nachweis für jüdisches Leben nördlich der Alpen und bildet den Anlass für das derzeit laufende Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.

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Bei der Abschrift handelt es sich um eine Leihgabe aus dem Vatikan, für die sich der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki persönlich eingesetzt hatte. Bereits vergangene Woche kam sie in Köln an und wurde vorgestellt. Sie ist bis 11. Oktober zu sehen.

Daneben zeigt die Ausstellung unter anderem ein nachgebildetes Relief des antiken Titusbogen in Rom, das den Siegeszug der Römer mit Beute aus dem Tempel in Jerusalem darstellt, eine Laubhütte aus der Synagoge in Rottenburg-Baisingen aus den 1920er-Jahren sowie eine spätmittelalterliche Abschrift der Mischne Tora Kaufmann, in der religiöse Bestimmungen aufgeschrieben sind.

In einem eigenen Raum sind geborgene Funde aus der Synagoge im rheinland-pfälzischen Niederzissen zu sehen. Die religiösen Schriftstücke und rituellen Gegenstände veranschaulichten die Bräuche des Landjudentums, so die Ausstellungsmacher. Die Schau ist in Kooperation von Kolumba und dem Jüdischen Museum MiQua in Köln entstanden, das zum Landschaftsverband Rheinland (LVR) gehört.