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Joan Armatrading spielt in London ihr einziges Konzert

Singer-Songwriterin trat in der Londoner Asylum Chapel auf :  Joan Armatrading spielt in London ihr einziges Konzert

Nur m Livestream war die 70-jährige Singer-Songwriterin jetzt zu erleben, die Lieder von ihrem neuen Album „Consequences“ spielte , aber auch Klassiker wie „Me Myself I“, „Drop The Pilot“, „Love And Affection“ und „Willow“.

(los) Joan Armatrading liebt das Unerwartete, die Verführung zum Experiment. So hat es die Singer-Songwriterin auf ihren 22 Studio­alben musikalisch immer gehalten. Und als ihr für „How Cruel“ damals ein bisschen Material fehlte, hat sie eben nur eine Seite pressen lassen. Aber Songs wie „He Wants Her“ und „I Really Must Be Going“ entschädigen bis heute für die fehlende B-Seite. 70 Jahre alt musste Armatrading werden, um selbst überrascht zu werden, natürlich von der Pandemie und einer Musikerexistenz am Rande der Öffentlichkeit.

Ein Konzert fürs neue Album sollte es 2021 dennoch geben, jetzt am Wochenende, live und einmalig über alle Zeitzonen hinweg gestreamt. Aber das ist selbst für Armatrading mit ihrer Band ziemlich gewöhnungsbedürftig; ohne Applaus auf die Bühne zu kommen, ohne Applaus ein Lied zu beenden, die Gitarre zu wechseln und weiterzumachen mit der Playlist, die Armatrading auf einem Spickzettel notiert hatte. Drei, vier Songs geht das so, bis  sie in Stimmung kommt und ihre Band einfach an die Hand nimmt. Bis sie selbst wieder Spaß hat an „Already There“ und „Like“ vom neuen Album „Consequences“ und den Klassikern nachspürt, mit denen sie uns seit so vielen schon Jahren und in so vielen Lebenslagen in den Ohren liegt.  „Me Myself I“, „Drop The Pilot“, „Love And Affection“ und „Willow“ fast am Ende. Die „alten Sachen“ spielt sie fast alle einen Tick schneller, als wolle sie im Zeitraffer uns noch so viel erzählen, so viel singen und vorspielen. Und alle Welt hört zu und staunt vielleicht, und Joan Armatrading bedankt sich bei uns allen so typisch schalkhaft.

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Ihr großes Thema aber ist geblieben: die Liebe. Und die effektvoll illuminierte Londoner „Asylum Chapel“ ist dafür der genau richtige Konzertort. Denn die im Zweiten Weltkrieg bombardierte Kirche ist überaus beliebt: für Hochzeiten.