1. Kultur

Im RP-Aufwacher-Podcast "Um Gottes Willen!" ist Andreas Sturm zu Gast

Neue Folge des Aufwacher-Podcasts „Um Gottes Willen!“ : Eine neue Heimat als Priester

Andreas Sturm ist der erste Generalvikar in Deutschland, der aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten ist. Weil er Mensch bleiben und seinen Glauben bewahren wollte, wie er in der neuen Folge unseres Aufwacher-Podcasts „Um Gottes Willen!“ erzählt.

Andreas Sturm ist ein Seelsorger, dessen Lebensweg vorgezeichnet schien: Als Generalvikar war der 47-Jährige als zweiter Mann im Bistum Speyer oben in der Hierarchie der katholischen Kirche angekommen. Glänzende Aussichten für eine große Karriere! Die aber hatte Sturm immer weniger im Blick. Vielmehr plagten ihn Zweifel, ob er, was er in seinem Amt Tag für Tag verrichtet und was er jungen Menschen in der Kirche predigt, richtig ist und es vertreten kann. Das konnte er immer weniger in einer Kirche, die seiner Überzeugung nach viele Menschen nicht ernstnimmt und ausschließt: Frauen zum Beispiel, die kein Weiheamt bekleiden dürfen, homosexuelle Paare, die nicht gesegnet werden, Geschiedene, denen die Eucharistie verweigert wird.

Schließlich hat Andreas Sturm, wie er es in unserer neuen Folge des Aufwacher-Podcasts „Um Gottes Willen!“ die Reißleine gezogen, wie er sagt. Er trat aus, um seinen Glauben an Jesus und dessen Botschaft zu bewahren.

Natürlich ist es für Andreas Sturm ein langer Weg gewesen bis zum 13. Mai dieses Jahres, als er schließlich öffentlich machte, dass er der römisch-katholischen Kirche den Rücken kehrt und künftig in der altkatholischen Kirche als Seelsorger tätig sein will. Für ihn war dieser Schritt auch eine Art Selbstschutz und „Gesundheitsfürsorge“.

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„Ich habe wunderbare Erfahrungen in der katholischen Kirche gemacht und tolle Menschen erlebt“, sagt er rückblickend. Dennoch war seine Entscheidung für ihn die einzig richtige. Denn wer erst einmal ein paar Risse sieht, erblickt schon bald mehrere und tiefere. Die Distanz zu seiner Kirche wuchs mit dem hohen Amt. Nun war er weiter weg von Menschen und ihren Sorgen, vom Leben der Gemeinden. Möglicherweise hat ihn dieser Abstand die Austrittsentscheidung am Ende leichter werden lassen.

Tragen konnte und wollte er viele Lehren schon lange nicht mehr, und ertragen konnte er dies irgendwann auch nicht. Seine engste Familie wusste schon lange Bescheid über seine Gedanken. Sie sahen, dass es ihm nicht gut ging und spürten seine Zerrissenheit. Sie gaben ihm den besten Proviant mit, den man sich für einen solchen Weg nur wünschen kann: viel Zuspruch.

In der altkatholischen Kirche hofft Andreas Sturm nun auf eine neue Heimat, eine neue Aufgabe als Priester im Dienste der Menschen. Im Podcast erzählt er von diesem Weg, von seiner Hoffnung, seinen Ängsten und seinen Träumen.