1. Kultur

Im Düsseldorfer Hinterhof veranstaltet der Verein Kabawil Konzerte

Konzerte : Fenster auf, Musik rein

Im großen Hinterhof veranstaltet der Verein Kabawil regelmäßig kurze Solo-Konzerte mit verschiedenen Düsseldorfer Musikern.

Eine mobile Bühne, ein Hinterhof und viele Fenster, Balkone und Dachterassen drumherum – perfekte Bedingungen, um Menschen an lauen Frühlingsabenden in Zeiten sozialer Distanzierung mit Musik in Berührung zu bringen, dachten sich Petra Kron und Thomas Klein vom Verein Kabawil. So entstanden die sogenannten Hinterhofpausen: Um 17 Uhr gibt es an ausgewählten Tagen ein 15-minütiges Solo-Konzert im Hof des Studios. Als Abwechslung zum tristen Homeoffice für diejenigen, die in der Nachbarschaft wohnen, aber auch für alle anderen. Denn die kurzen Konzerte sind live über Instagram zu verfolgen und werden anschließend bei Youtube hochgeladen.

20 bis 25 Menschen tummeln sich pünktlich um 17 Uhr auf den Balkonen und Dächern der vier Seitenstraßen, die das Kabawil-Studio umgeben. Die Atmosphäre sei jedes mal zauberhaft: „Wir merken, dass die Menschen hungrig sind nach echten Erlebnissen. Deswegen beschäftigen wir uns mit alternativen Aktionen, um einerseits die direkte Nachbarschaft zu bereichern, aber auch um Künstler zu unterstützen“, sagt Kabawil-Leiterin Petra Kron. Sich einander zu unterstützen, das sei für Künstler gerade besonders wichtig. Deswegen zahlt der Verein den Musikern für das 15-minütige Konzert ein Honorar von 100 Euro. „Viele unserer Förderer haben die Zweckgebundenheit ihrer Spende aufgehoben, dadurch können wir das Geld für andere Projekte nutzen – die Hinterhofpausen zum Beispiel“, sagt Kron.

Aufgetreten sind bisher verschiedene Künstler aus dem „Kabawil-Umfeld“: Arturo Castro mit Gitarre, Thomas Blankenberg mit Klavier, Itziar Aulestia mit Cello, Ziad Ali spielte kurdische Musik und Busy Beast rappte. Kron und Klein bemühen sich um ein diverses Programm, um so viele Menschen wie möglich anzusprechen. „Als Busy Beast auftrat, saßen einige Jugendliche mit freiem Oberkörper auf ihrem Dach, es fühlte sich sehr sommerlich an. Und letztens haben zwei ältere Damen gefragt, wer in unserem Hinterhof immer so schön musiziert“, erzählt Kron.

Die Künstler musizieren auf einer mobilen Bühne, die im vergangenen Jahr zwei Künstlerinnen entworfen und gebaut haben. Eigentlich für die aufsuchende Arbeit gedacht, eignen sie sich auch hervorragend für die „Corona-Konzerte“. Denn die Steckkastenbühne auf vier Rädern kann nicht nur überall flexibel positioniert, sondern auch verkleinert oder vergrößert werden. „Wenn zwei Künstler zusammen musizieren, können sie so trotzdem den Sicherheitsabstand einhalten.“

Auch für die kommenden Wochen sind Konzerte geplant: Am 24. April spielt Steve Savage Folkmusik, am 28. April singt Clementine Jesdinsky Opern und Chansons. Am 30. April treten Tetiana Muchychka und Dennis Freundel mit Akkordeon und Gitarre auf, am 8. Mai Songwriterin Aylin Celik. Am 15. Mai spielt Fritjof Wild Fagott, am 22. Mai rappt Sam Sillah und am 29. Mai spielen Maxime Bosch und Louise Klee Posaune und Horn.