Horst H. Baumann - der Entwickler der Uhr am Rheinturm gestorben

Nachruf : Entwickler der Uhr am Rheinturm gestorben

(kl) Der Düsseldorfer Künstler Horst H. Baumann ist tot. Wie jetzt bekannt wurde, starb er am vergangenen Freitag nach langer Krankheit. Dies teilte seine Familie mit.

Bekannt war Baumann für Arbeiten mit besonderer Leuchtkraft, so auch in Düsseldorf. Hier ging 1981 seine Installation „Lichtzeitpegel“ in Betrieb, eine Dezimaluhr, die bis heute am Rheinturm angebracht ist. Die aus 39 Lichtpunkten bestehende Arbeit zeigt sekundengenau die Uhrzeit an. Wenn man sie denn zu lesen weiß: Im oberen Bereich des Turms werden in zwei Blöcken die aktuelle Stunde angegeben, darunter (in Zehner- und Einerschritten) Minuten und Sekunden. Die Uhr wird als größte ihrer Art im Guinness-Buch der Rekorde geführt.

Zur Kunst kam Baumann, Jahrgang 1934, über Umwege. Nach einem Studium der Hüttenkunde widmete sich der gebürtige Aachener zunächst der Fotografie, nahm in den 1960er Jahren mit Vorliebe Autorennen in den Blick und verkaufte seine Bilder an Zeitschriften, etwa an das Magazin „Twen“. Zugleich entdeckte er seine Faszination für die Möglichkeiten des Lichts. 1977 realisierte er anlässlich der Documenta 6 in Kassel eine erste große Installation, die das Zentrum der Kunst-Schau, das Museum Fridericianum, mit dem mehr als sieben Kilometer entfernten Herkules-Denkmal auf der Kasseler Wilhelmshöhe verband – per Laserstrahlen. „Laserscape“ heißt die Installation, die gleichfalls bis heute erstrahlt und in Kassel als Wahrzeichen gilt.

Nun ist Horst H. Baumann mit 84 Jahren gestorben. Seine Korrespondenz, so erzählen es ihm Nahestehende, unterschrieb er „Mit lichtvollen Grüßen“.

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