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Bonn: Haus der Geschichte: Science Fiction in Deutschland

Bonn : Haus der Geschichte: Science Fiction in Deutschland

Der schöne Roboter aus Fritz Langs Meisterwerk "Metropolis" begrüßt den Besucher der Ausstellung. Das ist richtig so, denn es geht um die Geschichte der Science Fiction in Deutschland, und die beginnt mit dem Stummfilmklassiker von 1927 und dem weiblichen Cyberwesen Maria. Über 600 Exponate aus den Bereichen Film, Literatur, Mode, Spielzeug haben die Ausstellungsmacher zusammengetragen, wie in einem Raumschiff bewegt man sich durch silberfarbene Kammern, die thematisch gegliedert sind. Und wie im Film kann man vor jedem Eingang ein Kombinationsschloss bedienen.

Interaktive Tische gibt es auch, mit einem Joystick kann man sich Bilder auf einen Monitor holen. So erkundet man die Geschichte der Science Fiction, die in den Dreißigern und Vierzigern nicht existierte und erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder auflebte. Da wird oft mit der Bedrohung durch Außerirdische gespielt: "Fliegende Untertassen greifen an" heißt ein zu recht vergessener Film aus den Fünfzigern. Obwohl – gerade das Schlechte macht so manchen Fan an. Und schmunzelte man früher über die primitive Gestaltung der Serie "Raumpatrouille Orion", gelten die sieben Folgen heute als Kult. Da fehlt auch "Perry Rhodan" nicht, die erfolgreichste Science-Fiction-Heftreihe der Welt. Das wohl wertvollste Exponat ist ein Stück Mondgestein, das in seinem eigenen kleinen Tresor steckt und beweist, dass viele der Ereignisse und Entwicklungen, die in der Science Fiction dargestellt wurden, längst Wirklichkeit geworden sind.

Am Ende bleibt die Parodie: Michael Herwigs "(T)Raumschiff Surprise" und die ironische Aneignung einer Auto-Reklame mit einem kleinen Darth Vader durch Greenpeace als Öko-Kritik. Eine faszinierende Reise durch mehr oder weniger unbekannte Welten, diese Ausstellung.

Info "Science Fiction in Deutschland". Haus der Geschichte, Bonn, Willy-Brandt-Allee 14. Bis 10. März 2013. Öffnungszeiten: Di-Fr, 9-19 Uhr, Sa., So. und Feiertag, 10-18 Uhr. Eintritt frei.

(RP)