1. Kultur

Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen zeigt erste Ausstellung

Planungen für das Haus der Geschichte schreiten voran : Eine Heimat für die Geschichte Nordrhein-Westfalens

Das Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen nimmt langsam Formen an. Im August soll im Behrensbau am Mannesmannufer in Düsseldorf die erste Sonderausstellung zu sehen sein.

Auf den ersten Blick ist es ein ganz gewöhnlicher Teddy, den Gabriele Uelsberg da in die Luft hält. Knopfaugen, braunes Zottelfell – alles wie es sein sollte. Doch er hat eine bewegende Geschichte: Von einer Mutter während des Zweiten Weltkriegs aus Mantelstoff genäht, spendete das Plüschtier einem dreijährigen Mädchen während ihrer Flucht aus dem Osten Deutschlands Trost. Unbeschadet überstand der stille Begleiter die weite Reise bis in den Westen. „Die Frau hat ihren Teddy bis heute aufbewahrt und sich schließlich dazu entschieden, ihn uns zu spenden“, berichtet Uelsberg, die Mitglied im Präsidium der Stiftung „Haus der Geschichte“ ist.

Sie hat das Plüschtier mitgebracht, um bei der ersten Pressekonferenz vom Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen die wohl wichtigste Facette des Museums zu veranschaulichen: Die zeitgeschichtliche Darstellung der Landesgeschichte aus verschiedensten Perspektiven. „Wir sind auch auf die Partizipation der Menschen hier im Land angewiesen“, betont Uelsberg. „Am Ende soll jeder Besucher etwas bei den Ausstellungen finden, was mit seiner eigenen Geschichte zu tun hat. Deswegen sind die verschiedenen Blickwinkel so wichtig.“ Neben dem Teddy wurde bei der Pressekonferenz ein weitaus größere Stück deutscher Geschichte aufgebaut: Der Opel Blitz, der lange auf dem Werk des Autobauers thronte. Er sei ein Sinnbild für das Wirtschaftsleben und gleichzeitig den voranschreitenden Wandel.

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Kulturelle und politische Exponate sollen auf etwa 3000 Quadratmetern im Jahr 2026 ebenso wie Zeitzeugeninterviews und Filmaufnahmen Einzug halten. Das größte Ausstellungsstück ist dabei wohl der Behrensbau am Mannesmannufer selbst. Es wurde als Zuhause für das Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen ausgewählt, „weil es selbst sehr geschichtsträchtig ist und gleichzeitig den Blick auf den Landtag und die Staatskanzlei, also die Gegenwart ermöglicht“, betont Hans Walter Hütter, der ebenfalls Mitglied des Präsidiums der Stiftung für das Haus der Landesgeschichte und das Hauses der Geschichte in Bonn leitet. Auch zu Diskussionen und zukunftsorientierten Dialogen soll das Museum einladen, was unter anderem durch einen durchdachten Online-Auftritt erreicht werden soll.

Im August ist geplant, die erste Ausstellung im neuen Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen zu zeigen. Sie trägt den Titel „„Unser Land. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen“ und soll zum Jubiläum des Bundeslandes 30 verschiedene Geschichten aus NRW zeigen, die sich ebenso mit Religion und Umwelt wie der Kultur- und Medienlandschaft auseinandersetzten. Im Anschluss folgt eine Wanderausstellung, die vier Jahre durch alle 53 Kreise und kreisfreien Städte ziehen wird. Währenddessen wird der Behrensbau renoviert und für seinen Einsatz als geschichtliches Zentrum hergerichtet.

Die Finanzierung wird vom Land NRW übernommen. Landesregierung und Landtag hätten in den vergangenen Jahren hervorragend bei dem Projekt zusammengearbeitet und es geschlossen unterstützt, betont André Kuper, Landtagspräsident von NRW. „Im Koalitionsvertrag wurde die Idee eines Hauses der Geschichte Nordrhein-Westfalen aufgegriffen und als Ziel festgelegt“, erzählt Kuper. „2018 wurde die Einrichtung einer Stiftung und des Museums selbst dann fraktionsübergreifend beschlossen.“

Neben einer Dauerausstellung sollen auch immer wieder Sonderausstellungen im Haus gezeigt werden, zudem werden bis 2028 eine Bibliothek und verschiedene weitere Räumlichkeiten eingerichtet. Einen festen Platz hat sich der unauffällige Teddy bereits jetzt gesichert. Er und die anderen Exponate werden, wenn alles nach Plan läuft, gemeinsam die bewegte Geschichte eines Bundeslandes und seiner Menschen erzählen und für jeden zugänglich machen.