Dortmund: Haslinger: "Türkei ist das größte Autorengefängnis"

Dortmund: Haslinger: "Türkei ist das größte Autorengefängnis"

Der Präsident der Autorenvereinigung PEN, Josef Haslinger, hat davor gewarnt, die Freiheit des Einzelnen anderen Werten unterzuordnen. "Die Freiheit des Einzelnen, sein Anspruch auf einen eigenen materiellen und geistigen Lebensraum, lässt sich weder dem Verständnis für Tradition noch dem für kulturelle Vielfalt opfern", sagte Haslinger zur Eröffnung der Jahrestagung des deutschen PEN-Zentrums in Dortmund. Die PEN-Autoren wollten ihren Beitrag leisten "für die Verständigung der Völker und das Verständnis fremder Kulturen, ohne dabei alle Wertesysteme zu relativieren".

"Mittlerweile ist die Türkei das größte Autoren- und Journalistengefängnis der Welt geworden", beklagte Haslinger. 173 Medien seien seit dem gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 verboten worden, derzeit seien 150 Journalisten und Schriftsteller in Haft. Auf der PEN-Jahrestagung wählen die rund 170 Teilnehmer das Präsidium neu. Haslinger stellt sich nicht zur Wiederwahl.

(epd)