1. Kultur

Harmloser Feenzauber von Disney

Harmloser Feenzauber von Disney

Warmfeen dürfen nicht in den Winterwald hinüberwechseln, in der Kälte könnten die zarten Flügelchen zerbrechen. Die neugierige Tinkerbell aber, ein blondes Mädchen mit blauen Augen und einem grünen Blattkleid, missachtet das Verbot, überquert den Bach, der die beiden Klimazonen trennt, und als sie in diesem Reich aus Eis und Schnee auf Periwinkle trifft, fangen beider Flügelpaare an zu leuchten: Tinkerbell hat ihre Schwester gefunden, von der sie vorher gar nichts wusste. Aber wie können die zwei kleinen Feen nun zusammen bleiben, wo doch jede nur für ihre Umgebung ausgestattet ist? Als Periwinkle auf einer Schneemaschine ihre Schwester Tinkerbell besucht, droht plötzlich deren Lebensraum zu vereisen.

"Das Geheimnis der Feenflügel" ist ein Animationsfilm in 3D, in dem nicht nur auf die Klimakatastrophe angespielt wird, sondern auch, in märchenhafter Verkleidung, auf das Thema Scheidungskinder. Aber junge Zuschauer müssen gar nicht über diesen Film hinausdenken, sie können sich auch einfach hineinfallen lassen in diese nette und harmlose Geschichte, in der zwar ein bisschen Gefahr droht, aber keine wirklich bösen Figuren auftauchen. Als Action-Elemente werden immerhin ein paar Feen-Flugshows geboten, ganz bei sich aber ist der Film, wenn Tinkerbell stolz zu ihrer Schwester sagt: "Den Mantel habe ich mir selbst gemacht!", sich um die eigene Achse dreht und die lobende Antwort bekommt: "sehr schick!"

Ein bisschen steril sieht das aus, etwa so wie eine Spielwarenabteilung, in der zwar alles angesehen werden darf, aber noch alles verschweißt ist. Und im Grunde ist Tinkerbells Reich ja auch eine Barbie-Welt mit Flügeln, aber noch ohne Ken. Die Mädchen sind hier unter sich, spielen eifrig in einem fast intrigen- und zickenlosen Girls-Feen-Camp.

Die zwei drolligen Buben jedenfalls, die Körbe basteln und mit Schweizer Akzent sprechen, mischen sich kaum ein und sind noch nicht ernst zu nehmen. Eine zweite und ironische Ebene für Kino-Begleitpersonen eröffnet sich hier übrigens nicht. Als Erwachsener darf man nur darüber staunen, dass ein Nichts an Story mit so viel Farbe ausgestattet werden kann.

(RP)