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Verrücktes Kartenspiel: "Hanabi" zum Spiel des Jahres gekürt

Verrücktes Kartenspiel : "Hanabi" zum Spiel des Jahres gekürt

Das ungewöhnliche Kartenspiel "Hanabi" ist das Spiel des Jahres 2013. Mit der skurrilen Idee, die Spielkarten verkehrt herum zu halten, hat der französische Autor Antoine Bauza überzeugt.

Das Kartenspiel "Hanabi" ist das "Spiel des Jahres". Das gab die Jury am Montag in Berlin bekannt. Bei "Hanabi", dem japanischen Wort für Feuerwerk, geht es darum, Karten möglichst geordnet abzulegen. Das Spiel von Antoine Bauza überzeugte nach Meinung der Juroren "durch einen bislang einmaligen Mix aus kooperativen, kommunikativen und deduktiven Spielelementen".

Es fasziniere, wie Gruppen von Partie zu Partie besser miteinander harmonierten und lernten, aus Tipps richtige Schlüsse zu ziehen. "Hanabi" ist durch zwei Besonderheiten gekennzeichnet: Die zwei bis fünf Mitspieler ab zehn Jahren agieren nicht gegen-, sondern miteinander. Zudem halten alle halten ihre Karten so, dass sie nicht ihr eigenes Blatt, dafür aber das der Mitspieler sehen.

Nominiert für die Auszeichnung war mit "Qwixx" von Steffen Benndorf auch ein taktisches Würfelspiel. Zwei bis fünf Spieler ab acht Jahren versuchen, aus den Würfelresultaten aller Beteiligten geschickt Zahlenreihen in verschiedenen Farben zu bilden. Der aktive Würfler darf nicht nur zwei neutrale Würfel, sondern auch die Farbwürfel berücksichtigen. Die Jury sprach von einem "maximalen Würfelspaß mit minimalem Materialeinsatz". Da jeder von jedem Wurf profitieren könne, fieberten immer alle dem nächsten Ergebnis entgegen.

"Augustus" von Paolo Mori war ebenfalls für das "Spiel des Jahre" nominiert. Es kann als erweitere Art des Glücksspiels "Bingo" verstanden werden. Zwei bis sechs Spieler sammeln im alten Rom Legionen, um Provinzen und Personen kontrollieren zu können. Dazu werden Pappplättchen mit Symbolen aus einem Sack gezogen und die Spieler prüfen, ob sie das Symbol für ihre eigenen Karten gebrauchen können. Aus Sicht der Jury stellt "Augustus" das "Bingo"-Prinzip auf eine neue Ebene. Trotz neuer Regeln blieben Leichtigkeit und Kurzweil des Vorbilds erhalten.

Fantasy-Spiel wird "Kennerspiel des Jahres"

In der Kategorie "Kennerspiel des Jahres" zeichnete die Jury "Die Legenden von Andor" aus. Das kooperative Fantasy-Spiel wurde von Michael Menzel entworfen. Zwei bis vier Spieler ab zehn Jahren nehmen den Kampf gegen feindliche Kreaturen auf, die das Land Andor bedrohen. Die Spieler schlüpfen etwa in die Rolle als Zwerg, Zauberer, Bogenschütze oder Krieger und versuchen, die besonderen Fähigkeiten geschickt miteinander zu verbinden. Die Jury nannte es ein "Spiel wie ein Roman". Auf grandiose Weise würden die Spieler in eine einmalige Fantasy-Welt entführt.

Ein weiterer Kandidat in der Kategorie "Kennerspiel des Jahres" war "Die Paläste von Carrara". Das Spiel stammt vom mehrfach ausgezeichneten Erfolgsautorenduo Wolfgang Kramer und Michael Kiesling. Zwei bis vier Mitspieler versetzen sich in die italienischen Regionen Toskana und Ligurien um das Jahr 1600 und errichten in Städten und auf dem Land prächtige Bauten. Bei dem Strategiespiel geht es darum, preiswert Materialien einzukaufen, zügig Paläste und Villen zu errichten und sich dafür schnell belohnen zu lassen. Die Spielekritiker lobten, dass es "stets auf das richtige Timing ankommt". Durch die permanente Suche nach den richtigen Zeitpunkten habe das Spiel einen bis zum Ende tragenden Spannungsbogen.

Ebenfalls ein paar Jahrhunderte zuvor angesiedelt ist "Brügge" von Stefan Feld. Zwei bis vier Mitspieler ab zehn Jahre bauen in der flandrischen Metropole Häuser und Kanäle, üben Einfluss im Rathaus aus und schützen sich vor Pest und Intrigen. Die Jury würdigte, dass bei dem fürs "Kennerspiel des Jahres" nominierten Taktikspiel eindrucksvoll abgebildet sei, wie das Schicksal im Guten wie im Schlechten zuschlagen könne. Würfelergebnisse und Kartenglück bestimmten zwar das Los, und trotzdem gebe es taktische Möglichkeiten, um dem Zufall ein Schnippchen zu schlagen.

(KNA)