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Glosse über Opern und das Smartphone​ bei den Salzburger Festspielen

Opern in Zeiten des Smartphones : Wie Barbie einmal bei den Salzburger Festspielen auftrat

Wer sich bei den Salzburger Festspielen auf sein Smartphone verlässt, kann sich auf ein paar köstliche Überraschungen gefasst machen.

Heute Morgen fuhren zwei befreundete Musikkritisierende in unterschiedlichen Zügen zu den Salzburger Festspielen. Ihnen war langweilig, also begannen sie, einander SMS zu schicken – auch über die Produktionen, die sie jetzt und in der kommenden Saison sehen würden. Da ihre Smartphones nicht den kompletten Werkkatalog der Operngeschichte verinnerlicht haben und weil die Kollegen nicht laut und artikuliert sprechen konnten, verursachte die Diktierfunktion einige kreative Neukompositionen.

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„Warst du in Bayreuth?“

„Ja, war nicht so doll, das Drama ging schon in Reingold los.“

„Ich habe mir das erspart. Ich hatte Ende der vergangenen Saison ganz wunderbar ,Cozy vantute‘, davon wollte ich noch zehren.“

„,Cozy vantute’ – bist du sicher? Heißt so nicht ein Sofa von Ikea?“

„Nein, Mozart war doch kein Schwede. Ich sehe heute unter anderem eine italienische Oper: ,Jannis Kiki‘.“

„Ah, du meinst ,Gianni Schicchi’. Mein iPhone ist besser als deines.“

„Wie toll! Meines kennt von Verdi auch nur ,Falls tough’.“

„Ach, meines hat dafür Defizite bei Rossini.“

„Wieso denn das?“

„Es glaubt, ich gehe heute zu ,Barbie von Sevilla‘!“