Gedichte des Cellisten Julius Berger

Buchbesprechung : Behutsame Blicke auf das Leben

Julius Berger ist ein gefragter Konzert-Cellist und Musikprofessor. Dazu schreibt und fotografiert er. Ein feines, stilles Buch versammelt jetzt Texte und Bilder über Tautropfen und die Spuren des Lebens.

Gedichtband Tautropfen sind wie Boten aus dem Himmel. Betrachtet man sie aus großer Nähe, sieht man, wie sich Licht in ihnen bricht und die Spannung ihrer Oberfläche kleine Weltkugeln formt. Der berühmte Cellist Julius Berger hat Tau fotografiert, analog, in Schwarz-Weiß, sehr nah, sehr behutsam. Und er hat Gedichte und Texte geschrieben, die Momente aus seinem Leben einfangen, an Menschen erinnern, an Klänge und Stimmungen. Wie die abgebildeten Tropfen bilden auch seine Texte kleine Welten, in denen sich Licht bricht – zwischen den Zeilen schwingt etwas mit, das über das Gesagte hinausgreift. So ist dieses zarte, musikalische Buch, das mit einem Geleitwort des verstorbenen Karl Kardinal Lehmann und einem Nachwort des Schriftstellers Arnold Stadler gerahmt ist, selbst wie ein Tropfen Poesie, der in den Alltag trifft. Seine Bilder und Gedanken verweilen eine Zeit beim Leser und lösen sich dann auf ins Leben. dok