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Für Tiere aus dem New Yorker Zoo ist die Wildnis nichts

Für Tiere aus dem New Yorker Zoo ist die Wildnis nichts

Animationsreihe Der gezeichnete Actionfilm "Madagascar 3" reicht nicht an seine Vorgänger heran

Die Reihe der "Madagascar"-Filme war stets so etwas wie der Gegenentwurf zu "Ice Age": Die 2005 und 2008 erschienenen Abenteuer der vier Zootiere aus New York sind schneller, actionlastiger und anspielungsreicher. "Ice Age" ist erst so richtig schön, wenn man es mit der ganzen Familie sieht, "Madagascar" machte auch ohne Gesellschaft Spaß.

Der indes hört nun mit der dritten Lieferung der Animationsfilme auf. Gerade der Vergleich mit "Ice Age 4" zeigt, an was es dem neuen Produkt aus den Dreamworks-Studios ("Shrek", "Große Haie, kleine Fische") fehlt: an Herz nämlich, an Seele – und an einer Erzählung. Die vorangegangenen Episoden schilderten, wie Löwe Alex, Zebra Marty, Giraffe Melman und Nilpferd Gloria aus dem Zoo im Central Park türmten und in der Wildnis landeten. Dort begannen sie sich rasch zu langweilen, für Großstädter ist die Natur auf Dauer eben nichts, und nun machen sie sich auf nach Monaco. Dort halten sich die vier Pinguine auf, die heimlichen Helden dieser Reihe, sie knacken das Casino, und sie sollen den Ausreißern helfen heimzukehren.

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Der Zuschauer erfährt nicht, wie es die Tiere ins Fürstentum schaffen, die Regisseure Eric Darnell, Tom McGrath und Conrad Vernon übergehen solche logischen Probleme einfach – dieses Vorgehen lässt den Schluss zu, die Handlung sei ihnen letztlich egal. Es geht denn auch so weiter, Pointen sind wichtiger, Kalauer auch und natürlich die rasanten Szenen auf der Flucht vor der französischen Tierfängerin Chantal DuBois.

"Madagascar 3" kommt ohne Altersbeschränkung ins Kino, aber selbst die Jüngsten dürften der lieblos aneinandergereihten Folge von Überzeichnungen, Slapstick-Einlagen und Parodien bald überdrüssig werden. Die vier Freunde flüchten sich in einen Wanderzirkus, sie schließen Freundschaft mit Tiger Vitaly und Jaguarfrau Gia, und nebenbei bringt sie der Zug über Umwege nach New York.

Woran man im Verlauf des Films immerhin seinen Spaß haben kann, sind die Nebenfiguren, sie werden zu Haupt-Attraktionen. King Julien etwa, der König der Lemuren mit ausladender Krone und schwitzigem Akzent, verliebt sich in einen Tanzbären, und die Annäherungen der beiden sowie ihren romantischen Ausflug auf einem Einrad in die italienische Hauptstadt zu beobachten, ist wunderbar. Auch der Seelöwe Stefano, der ein großes Herz und ein kleines Hirn hat, bereichert das Ensemble der Viecher.

Ansonsten kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass "Madagascar" an ein Ende gekommen ist. Gut möglich, dass dieser Teil die Serie abschließt. Falls sie fortgesetzt wird, müsste sie rundum renoviert werden. ll

(RP)