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Köln: François-Xavier Roth wird neuer Chefdirigent in Köln

Köln : François-Xavier Roth wird neuer Chefdirigent in Köln

Sein Vater ist ein weltweit berühmter Stratege der Klangmassen, ein Zauberer an der Orgel, ein genialer Improvisator, in dessen Kursen schon Kohorten junger Organisten gesessen und andächtig gedacht haben: "So gut werde ich nie!"

Das muss über seinen Vater, den Organisten Daniel Roth, auch der kleine François-Xavier Roth gedacht haben. Aber ein musikalischer Haushalt und etliche Tage mit Papa an der imperialen Orgel in St. Sulpice in Paris waren wegweisend: François-Xavier nahm sich zunächst eine Pfeife aus dem Instrument Orgel und wurde Flötist. Später wollte er aber ebenso Kollektive leiten und wurde Dirigent.

Nun wird François-Xavier Roth – geboren 1971 in Paris – künftiger Generalmusikdirektor der Stadt Köln – als Nachfolger von Markus Stenz, der vor eineinhalb Jahren angekündigt hatte, dass er Köln 2014, nach zwölf Jahren Amtszeit, verlassen wolle.

Roth wird als Chef des Orchesters die Eröffnung des Opernhauses gestalten können, eine schöne Option, um die ihn die Nachbarstädte beneiden können. Roths Arbeitsbeginn bedeutet: Köln benötigt eine Interimsspielzeit ohne GMD.

Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach sagte, es sei gelungen, "einen außergewöhnlichen Künstler für das Gürzenich-Orchester und die Oper Köln zu gewinnen". Das ist vielleicht übertrieben, aber Roth ist sicher eine Kapazität: Der 42-Jährige ist seit drei Jahren Chefdirigent des SWR-Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg. Zuvor leitete er das Orchestre Philharmonique de Liège. Außerdem war er Gastdirigent des BBC Orchestra of Wales und des Orchestre Philharmonique de Radio France.

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Von Musikern und Kritikern aus dem Süden der Republik hört man über Roths SWR-Phase Erfreuliches: ein befeuernder Dirigent mit Charisma, der den Spagat zwischen Mozart und Moderne famos schafft, überaus engagiert auch beim Neue-Musik-Festival in Donaueschingen.

Und als es um die fragwürdige Fusion seines Orchesters mit dem RSO Stuttgart ging, warf sich Roth so heftig in die erregte Auseinandersetzung, dass ihm die Abmahnung eines oberen SWR-Direktors ins Haus flatterte – das war 2012, als er von seinem Job in Köln noch nichts ahnte.

Solche Dirigenten haben gute Orchester verdient – und umgekehrt. Roth und Köln können sich glücklich schätzen.

(RP)