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Fotograf Vincent Dixon betreibt Kunstprojekt mit Krebspatienten

Kunstprojekt mit Krebspatienten : Ein Moment, der die Not vergessen lässt

"Am meisten vermisse ich das Gefühl, sorgenfrei zu sein". Dieser Satz eines Krebspatienten inspirierte ein außergewöhnliches Fotoprojekt. 20 erkrankte Menschen ließen sich darauf ein. Und erlebten ihr blaues Wunder.

In der Maske ließen sie sich komplett verwandeln, mussten aber die Augen geschlossen halten. Die Visagisten machten aus ihren Besuchern bizarre Typen, verpassten ihnen turmhohe Frisuren, grelle Farben, ein neues Gesicht.

Die Pointe an der Geschichte: Der Clou: Bei dieser "Verwandlung" wurden die Teilnehmer gebeten, die Augen geschlossen zu halten. Wieder öffnen durften sie sie erst vor einem Spiegel — hinter dem sich Fotograf Vincent Dixon versteckte und die entscheidende Sekunde im Bild einfing.

Für eine einzige Sekunde nur sollten 20 Krebspatienten ihr Leiden vergessen - das war das Ziel, das die belgische Stiftung "Mimi Foundation" mit dem Projekt verfolgte. Mit welchem Erfolg, dokumentiert inzwischen auch ein Film auf Youtube.

Das Ergebnis ist spannend, lustig, inspirierend. Zu dem Projekt inspiriert wurde die Vorsitzende der Mimi Foundation, die Kunstsammlerin Myriam Ullens de Schooten, von der Aussage eines Patienten: "Weißt du, was ich am meisten vermisse? Das Gefühl, einmal sorglos zu sein."

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Ullens de Schoten hat selbst eine Krebserkrankung überstanden. Dabei, sagt sie, "ist in mir die Überzeugung gereift, dass Krebs nicht nur medizinisch, sondern an allen Fronten bekämpft werden muss." Ihre Stiftung bietet Krebspatienten deshalb nicht nur kostenlose psychologische Beratung an, sondern auch Schönheitsbehandlungen.

Das Fotoprojekt werten die Macher als Erfolg: Beim Shooting am 17. Juni hätten die Patienten den Krebs wie erhofft für eine kurze Zeit vergessen. Am 7. November trafen sich alle Teilnehmer und ihre Familien, um erstmals sämtliche Fotos bei einer Ausstellung zu sehen.

"Innerhalb einer Sekunde war der ganze Raum voller lächelnder Gesichter", heißt es von der Stiftung. "In diesem Moment vergaßen auch die Angehörigen den Krebs."

Hier geht es zur Bilderstrecke: 20 Patienten vergessen für einen Moment den Krebs

(tjo)