Filmfestspiele Venedig eröffnen mit Polit-Drama

Filmfestspiele Venedig eröffnen mit Polit-Drama

Das älteste Filmfestival feiert in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag. Allerdings wird der Goldene Löwe erst zum 69. Mal in Venedig vergeben, da es immer wieder zu Unterbrechungen kam in der bewegten Geschichte der Biennale am Lido. Das A-Festival gilt neben Cannes und Berlin als eines der wichtigsten, auch wenn es derzeit in Konkurrenz zu Rom um seinen Ruf kämpft. Der neue Leiter Alberto Barbara, der das Festival bereits von 1998 bis 2002 leitete, setzt in seiner ersten Ausgabe einen deutlich europäischeren Akzent, aber versammelt auch die nötigen Hollywoodgrößen, um für Aufsehen zu sorgen.

Den Jury-Vorsitz hat in diesem Jahr der US-Regisseur Michael Mann ("Heat"). 18 Filme stehen im Wettbewerb, darunter zwei deutsche Koproduktionen, nämlich Ulrich Seidls "Paradies: Glaube", eine österreichisch-deutsch-französische Koproduktion mit Maria Hofstätter und Nabil Saleh, und "Passion" von Brian de Palma, eine französisch-deutsche Koproduktion mit Karoline Herfurth und Noomi Rapace. Der Österreicher Seidl stellte bereits beim diesjährigen Festival in Cannes den ersten Teil seiner Trilogie "Paradies: Liebe" vor. Der zweite Teil handelt von einer Frau, die in ihrem Urlaub mit einer Muttergottes-Statue auf Wanderschaft geht.

Als Überraschungsfilm gab Barbero zuletzt bekannt, dass Paul Thomas Andersons lange erwartetes Sektendrama "The Master" im Wettbewerb von Venedig laufen wird. Philip Seymour Hoffmann spielt darin den Gründer einer neuen religiösen Bewegung, Joaquin Phoenix einen seiner ersten Anhänger. Anderson ("Magnolia", "There will be blood") dementierte im Vorfeld bereits, dass sein Film die Geschichte des Scientology-Gründers Hubbard erzählt, sein Film sei lediglich von Hubbard inspiriert.

Zwei Jahre, nachdem er mit "Tree of Life" die Goldene Palme in Cannes gewonnen hat, stellt Terence Malick seinen neuen Film "To the Wonder" vor, eine Liebesgeschichte mit Ben Affleck, Rachel Adams und Oscar-Gewinner Javier Bardem.

Stars bringt auch Mira Nairs Eröffnungsfilm heute auf den Roten Teppich am Festivalpalast: In "The reluctant fundamentalist" treten unter anderem Kiefer Sutherland, Kate Hudson und Liev Schreiber auf. Die gebürtige Inderin Nair konzentriert sich in ihrem Drama auf den Konflikt eines gebürtigen Pakistanis, der nach dem Studium eine Karriere an der Wall Street beginnt. Doch nach dem 11. September wird für ihn im Land seiner Träume alles anders. Der Film wird im Festival außer Konkurrenz gezeigt, genau wie Robert Redfords neuer Thriller "The Company you keep" mit Julie Christie, Susan Sarandon, Nick Nolte und Chris Cooper. Redford selbst spielt darin einen radikalen Umweltaktivisten, dessen wahre Identität ein junger Reporter (Shia LaBoeuf) aufdeckt.

Daneben laufen am Lido neue Filme von Olivier Assayas ("Carlos, der Schakal"), Takeshi Kitano, Kim Ki-duk und Marco Bellocchio. Der Italiener erzählt in "La bella addormentata" die Geschichte der Wachkoma-Patientin Eluana Englaro, deren Schicksal 2009 in Italien eine Debatte über das Sterberecht auslöste. Unter den 50 Premieren im Festival sind auch die neuen Filme "Love is all you need" von der dänischen Oscar-Gewinnerin Susanne Bier mit Pierce Brosnan und die Michael-Jackson-Doku "Bad 25" von Spike Lee.

Das Festival läuft bis zum 8. September. Es gibt 50 Premieren, darunter auch viele von jungen Regisseuren wie Ramin Bahrani oder der Deutschen Alex Schmidt .

(RP)
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