Nominierungen für Filmpreis: Wim Wenders mit Doku "Das Salz der Erde" im Oscar-Rennen

Nominierungen für Filmpreis : Wim Wenders mit Doku "Das Salz der Erde" im Oscar-Rennen

Meryl Streep ist wieder dabei. Für ihre Rolle als Augen rollende Hexe in der Musicalverfilmung "Into the Woods" ist sie für den Nebendarsteller-Oscar nominiert. Doch davon abgesehen gibt es diesmal Überraschungen: Zwei Komödien, das in Deutschland gedrehte "Grand Budapest Hotel" von Wes Anderson und "Birdman" über einen alternden Superhelden-Star, gespielt von Michael Keaton, gehen mit jeweils neun Nennungen als Favoriten in die Oscar-Konkurrenz.

Solche Stoffe haben es bei den 6000 Mitgliedern der Oscar-Akademie sonst schwer. Am Ende siegen meist die schweren, ernsten Stoffe. Dazu zählt mit acht Nominierungen das Drama "The Imitation Game" über einen Mathematiker, der während des Zweiten Weltkriegs half, deutsche Funksprüche zu entziffern, und später als Schwuler diskriminiert wurde. Das ist Oscar-Kost.

Chancen hat aber auch der Golden-Globe-Gewinner "Boyhood" - Richard Linklaters berührendes Porträt einer Jugend, das über zwölf Jahre gedreht wurde. Es bekommt genau wie Clint Eastwoods "American Sniper" sechs Nominierungen. Mehrere Nennungen gibt es außerdem für das Porträt des Physikers Stephen Hawking "Die Entdeckung der Unendlichkeit", für das Bürgerrechtsdrama "Selma" und die Geschichte eines jungen Schlagzeugers, die in "Whiplash" erzählt wird.

Bei den Schauspielerinnen wurden Julianne Moore für ihre Darstellung einer an Alzheimer erkrankten Frau in "Still Alice" nominiert und Reese Witherspoon für ihr Porträt einer Rebellin, die sich in "Der große Trip - Wild" zu Fuß auf den Weg macht, ihr Leben zu ordnen. Auch Rosamund Pike, Marion Cotillard und Felicity Jones haben Chancen. Bei den Männern konkurrieren zwei Londoner - Benedict Cumberbatch und Eddie Redmayne - mit Michael Keaton, Steve Carell und Bradley Cooper.

Bei den Dokus bekommt Wim Wenders erneut eine Chance, am 22. Februar einen Oscar zu bekommen. Die Akademie würdigt seinen herausragenden Film über Leben und Werk des brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado mit einer Nominierung. "Das Salz der Erde" vollbringt das Kunststück, mit den Mitteln des Films die Stärke der Fotografie zu beweisen und erzählt bewegend von einem Mann, der sich in die Krisenregionen der Welt wagte. Schon für "Buena Vista Social Club" und "Pina" war Wenders nominiert. Ein Sieg wäre die Krönung seines Schaffens als Beobachter der Wirklichkeit.

(RP)