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"Wild Tales": Wunderbar überdrehte Komödie aus Argentinien

"Wild Tales" im Kino : Argentinische Komödie labt sich an Rachlust

An der Kasse drängelt sich jemand vor, eine Behörde stellt sich stur - da möchte man am liebsten ausrasten. Genau davon erzählt die wunderbar überdrehte Thriller-Komödie "Wild Tales".

Wie der Titel verrät, übt jeder der Protagonisten Rache für ganz alltägliche Ungerechtigkeiten. Das ist herrlich wild, böse und manchmal ziemlich blutig. Schon jetzt gilt das Werk als der erfolgreichste argentinische Film aller Zeiten und hat sogar Chancen auf einen Oscar.

Bereits die erste Episode macht deutlich, in welche Richtung der Film geht: Eine Kellnerin erkennt einen Immobilienhai, der ihre Familie einst in den Ruin stürzte. Die resolute Köchin des Cafés zögert nicht lange, als sie davon erfährt, und streut dem schnöseligen Gast etwas Gift ins Essen. Wenige Minuten später ist er tot.

Auch im weiteren Verlauf von "Wild Tales" erzählt der argentinische Regisseur Damián Szifrón von normalen Männern und Frauen auf Rachefeldzügen. Mal jagt ein Bürger einen Autoabschleppdienst in die Luft, mal rastet eine betrogene Braut aus. Die Gewalt ist extrem und überdreht. Und doch gelingt es Szifrón, diese Ausbrüche als etwas sehr Befreiendes zu inszenieren. Es sind Momente voller Komik und Tragik, in denen sich angestaute Wut über Ungerechtigkeit und großspurige Mitmenschen entlädt.

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Auch wenn das moralisch sicher nicht der angestrebte Weg sein sollte, für die Zuschauer ist es ein enormes Vergnügen zu sehen, wie die Menschen, die sich arrogant und ohne Rücksicht auf andere durchs Leben bewegen, bestraft werden. "Wild Tales" wird so eine wahnwitzige und bluttriefende Gesellschaftskritik, in der sich nicht nur Argentiniens Missstände widerspiegeln.

(RP)