"Mein Weg nach Olympia" von Nico von Glasow Wie behinderte Sportler für Olympia trainieren

Der Filmemacher Nico von Glasow hasst Sport. Und erst recht kann er nicht verstehen, wie Menschen sich leidenschaftlich schinden, um an einem kommerziellen Großereignis wie Olympia teilzunehmen. Beste Voraussetzungen also für einen Dokumentarfilmemacher, gegen die eigenen Widerstände ein Thema zu erkunden. Und tatsächlich macht von Glasow in "Mein Weg nach Olympia" die Zuschauer mit ungewöhnlichen Athleten bekannt, die nicht nur faszinieren, weil sie trotz fehlender Gliedmaße sportliche Höchstleistungen vollbringen. Sie sind allesamt spannende Persönlichkeiten, die man gern noch näher kennen gelernt hätte.

Da liegt allerdings die große Schwäche des Films. Denn Glasow interessiert sich nicht genug für seine Interviewpartner, statt sie genau zu befragen, wie sie es zu ihren jeweiligen Fertigkeiten gebracht haben und was sie antreibt, ist er ständig selbst im Bild, inszeniert sich als Sportmuffel, der sich selbst in die Welt der Hochleistungstrainierer einführt. Glasows Weg nach Olympia ist aber weit weniger spannend als jener der Athleten, die er aufgespürt hat.

(RP)
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