Der ideale Weihnachtsfilm Warum "Liebe braucht keine Ferien" einen Platz unter den Weihnachtsklassikern verdient

Jude Law und Cameron Diaz küssen, Kate Winslet und Jack Black lachen, und Dustin Hoffman grantelt: Die romantische Komödie „Liebe braucht keine Ferien“ ist der ideale Film für diese Tage.

Transatlantischer Flirt: Jude Law und Cameron Diaz in „Liebe braucht keine Ferien“.

Transatlantischer Flirt: Jude Law und Cameron Diaz in „Liebe braucht keine Ferien“.

Foto: ZDF

Wer ihn lange nicht oder sogar noch nie gesehen hat, möge sich bitte unbedingt (noch einmal) den Klassiker „Liebe braucht keine Ferien“ anschauen. Das ist ein Weihnachtsfilm, den man total bescheuert finden würde, begegnete man ihm im Sommer, der aber umso besser wird, je stärker es adventet. Es geht darin eher nicht um Tannenbäume und rote Kugeln, sondern ganz viel um Amore, es ist alles ein bisschen trashig, doch das denkt man nur, bis Cameron Diaz, die als emotional versehrte kalifornische Bossin in der englischen Countryside gestrandet ist, Jude Law küsst, der gerade angeschickert aus dem Pub kommt, die Krawatte auf Halbmast trägt und ansonsten hauptberuflich verflixt gut aussieht.

Der Film lief 2006 im Kino, und wie jede anständige Liebeskomödie von Format wurde er von der Kritik verrissen. Dabei hat Drehbuchautorin und Regisseurin Nancy Meyers genau den Film produziert, den man lebkuchenselig unter der Wolldecke erleben möchte. Man begegnet darin erstmal Kate Winslet, die eine Journalistin spielt, deren Ex vergaß, ihr von seiner Verlobung mit einer anderen zu erzählen. Heulend sitzt Winslet nun in ihrem Cottage in Surrey, und das Cottage sieht aus, als hätte man einer KI gesagt, sie solle bitte mal ein Cottage in der Weihnachtszeit zeichnen.

Winslet meldet dieses Cottage jedenfalls auf einer Internet-Plattform an, auf der man für eine bestimmte Zeit Häuser tauschen kann, und in Los Angeles sieht das Angebot Cameron Diaz, die ähnliche Männer-Erfahrungen gemacht hat, aber leider nicht heulen kann, obwohl sie es gerne tun würde. Die beiden tauschen also, Diaz bringt die Sonne und hohe Hacken in die Nasskälte, und Winslet springt in der Hollywood-Villa in den Pool und zieht elegant durchs Azur.

Natürlich hat die eine in England einen Bruder, der küsst wie da Vinci malte, und natürlich hat die andere einen Bekannten in L.A., der lustig ist und irgendwie süß. Es gibt mehrere kleine Handlungsfäden, um die Girls-meet-Boys-Geschichte sentimental anzudicken, und die reine Freude sind die charmanten Übergänge zwischen den transatlantischen Episoden. Dustin Hoffman hat einen Zwei-Sekunden-Auftritt als Grantler, der zwei Kunden in der Videothek anzischt, als sie über „Die Reifeprüfung“ sprechen. Und wer den Film im Original guckt, wird sich diesen Weltklasse-Satz merken, um ihn spätestens zu Silvester rauszuhauen, bevor der Schampus entkorkt wird: „Let’s pop something bubbely.“

Nancy Meyers war damals so etwas wie Hollywoods Rom-Com-Königin, von ihr stammen auch „Was das Herz begehrt“ und „Was Frauen wollen“, und hier schaut man trotz hoher Erwartbarkeit gerne dabei zu, wenn Cameron Diaz und Jude Law wie Elektromagneten agieren, die man erst einschaltet, dann ausschaltet, dann wieder einschaltet und den Aus-Knopf schließlich versteckt.

Weihnachtsfilme sind ja so eine Sache, das ist vermintes Gelände, Traditionen bricht man nicht so rasch, und die Antwort auf die Frage, wer welchen Weihnachtsfilm am liebsten hat, ist ebenso aufschlussreich wie: Nutella aus dem Kühlschrank oder nicht? Pommes rot oder weiß? Und: Lakritzschnecke am Stück oder erstmal abrollen? Wer Fan von „Tatsächlich… Liebe“ ist, sollte in diesem Jahr auch mal den anderen großen Jingle-Bells-Film mit dem wichtigsten Substantiv der Welt im Titel schauen.

Er ist „something bubbely“, versprochen.

Info „Liebe braucht keine Ferien“ („The Holiday)“ gibt es zum Streamen bei Amazon Prime.

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