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Venedig: Uma Thurman und Charlotte Gainsbourg nymphomanisch

Filmfest Venedig : Thurman und Gainsbourg ganz nymphomanisch schwarz

In Lars von Triers "Nymphomaniac II" spielt Charlotte Gainsbourg eine Sexsüchtige. Zentrale Motive des Films: Besessenheit und Wahn. An der Seite von Uma Thurman legte Hauptdarstellerin Charlotte Gainsbourg bei den Festspielen Venedig einen Auftritt ganz im Sinne des Regisseurs hin.

Das Dunkle gehört zu "Nymphomaniac II" genauso wie tabuloser Sex. Uma Thurman und insbesondere Hauptdarstellerin Charlotte Gainsbourg stellten sich insoweit am Montagabend ganz in den Dienst des Films: Beide trugen auf dem roten Teppich tiefes Schwarz.

Uma Thurman, die unlängst die Gerüchte über eine Liaison mit Star-Regisseur Quentin Tarantino kassierte, zeigte sich eher klassisch, ihre französische Kollegin hingegen in einem lackledernen Lederkleid in gewagtem Schnitt: der rechte Arm ganz bedeckt, die linke Seite von der Schulter an frei, die Brust nur durch einen schmalen Streifen bedeckt. Die Parallelen zur SM-Thematik von Nymphomaniac waren offensichtlich.

So gewagt der Auftritt der Hauptdarstellerin, so bizarr zuvor schon der des Regisseurs: Der Däne Lars von Trier war zur Pressekonferenz nur über einen Computerbildschirm zugeschaltet und beantwortete drei Fragen per Telefon. Seine Stimme war dabei allerdings nur durch das Handy seines Hauptdarstellers Stellan Skarsgård zu hören.

"Alles Masochistische im Film bin ich", übersetzte der Schauspieler am Montag zum Beispiel eine Antwort seines Regisseurs (58). Und: "Ich weiß alles über Frauen." Nach den drei kurzen Telefonaten verschwand von Trier einige Zeit aus dem Bild; nur sein leerer Stuhl war dann zu sehen. Beim Festival läuft die Langfassung von "Nymphomaniac II" um eine Sexsüchtige (Charlotte Gainsbourg) außer Konkurrenz.

Von Trier gilt als Enfant terrible der Filmszene. Er sorgte im Jahr 2011 für einen Eklat bei den Festspielen Cannes, als er auf der Pressekonferenz vor der Premiere des Weltuntergangsdramas "Melancholia" unter anderem von seinem biologischen Vater - einem Deutschen - erzählte und dann sagte "Ich bin ein Nazi". Er wurde vom Festival ausgeschlossen. Von Trier entschuldigte sich später für seine Äußerungen und erklärte, er werde sich nicht mehr vor großem Publikum äußern.

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(dpa)