Film-Interview: Steven Soderbergh: "Die Ocean-Idee ist ausgereizt"

Film-Interview : Steven Soderbergh: "Die Ocean-Idee ist ausgereizt"

Düsseldorf (RP). Heiß wurde der dritte Teil der Gauner-Komödie erwartet, das Aufgebot an Promi-Mimen ist sensationell, der Plot witzig, schräg und spannend zugleich. Ob es einen vierten Teil, also "Ocean's 14" geben wird, steht noch in den Sternen. Es gibt einen, der das dementiert. Und er sollte es eigentlich wissen, denn er ist der Regisseur, Steven Soderbergh. Im Interview erklärt er, warum.

Sind Sie eigentlich ein abergläubischer Mensch?
Nein, wie kommen Sie denn darauf?

Um die Zahl 13 macht man heutzutage ganz gern einen großen Borgen.
So ein Quatsch. Nach elf und zwölf kommt nun einmal 13. Das ist klare Mathematik. Mit Aberglauben habe ich nicht viel am Hut.

Und ist die 13 eine gute Zahl zum Aufhören?
Lassen Sie es mich so sagen: Als wir "Ocean‘s 11" gemacht haben, war dies ein Test, wie viele Stars man für möglichst wenig Geld in einen Film kriegen kann. Das hat funktioniert. Mittlerweile aber werden an allen Ecken Film-Rekorde aufgestellt und gleich wieder gebrochen. Ich finde, 13 ist eine gute Zahl. Momentan kann ich mir nicht vorstellen, dass dem eine 14 folgen wird.

Alle Geschichten zu Ende erzählt?
Das dürfen Sie einen Filmemacher nie fragen. Er wird immer noch eine Geschichte finden, die nicht erzählt worden ist. Das wäre ja der Albtraum schlechthin, wenn alle Geschichten erzählt wären. Aber diese Idee um den Meisterdieb Danny Ocean halte ich schon für ziemlich ausgereizt.

Wie muss man sich das vorstellen beim Drehen? Eine riesige Party?
Nein, überhaupt nicht. Der Wunsch, diese ganzen Typen vor eine Kamera zu bringen, jedes Mal mit einer Wunschbesetzung arbeiten zu können, das war ja nicht meine Idee. Ursprünglich kam die mal von George und Brad. Alle Schauspieler sind beim Drehen der "Ocean‘s"-Folgen immer sehr diszipliniert. Wir haben zwar unseren Spaß. Aber Ego-Pflege ist bei diesen Filmen garantiert nicht angesagt. Das sind Ensemble-Filme im besten Sinne.

Sie hatten im Januar 2006 mal eine revolutionäre Idee. Einen Film am selben Tag ins Kino bringen, auf DVD veröffentlichen und im Bezahl-Fernsehen zeigen. Was ist draus geworden?
Leider hat das mit "Bubble" nicht so hingehauen, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Woran ist es gescheitert?
Die Strukturen sind leider noch so starr, dass man mit solchen Experimenten auf Granit beißt. Viele Kinos haben unseren Film erst gar nicht ins Programm genommen. Da mussten wir scheitern.

War der Film vielleicht zu klein? Denkbar, dass es mit "Ocean‘s 13" geklappt hätte?
Das kann gut sein. Niemand weiß das so genau. Ich würde so etwas mit solch einem Star-Film gern einmal probieren. Aber leider, leider ist Hollywood noch nicht so weit. In ein paar Jahren wird das gang und gäbe sein. Da bin ich mir ganz sicher.

Das Kino stirbt Ihrer Meinung nach also aus?
Nein, überhaupt nicht. Aber es wird sich verändern. Man wird das Kino wohl immer mehr als Ort erleben, an dem der Markt von morgen beworben wird. Ob das nun die DVD sein wird oder wie immer das Medium dann heißt. Trotzdem: Kino wird bleiben, seine Bedeutung aber sicher nach und nach abgeben. Da bin ich mir ziemlich sicher.