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Serienkritik: "Stargirl" bei Sky

„Stargirl“ bei Sky : Excalibur aus der Umzugskiste

Die Serie „Stargirl“ nach der Vorlage von DC Comics erzählt von einem Mädchen, das zum Superhelden wird. Trotz guter Ansätze kann die Serie nicht vollends überzeugen.

Dass Jugendliche in der Pubertät nicht nur Pickel bekommen, sondern zu Superhelden mutieren, ist im Comic-Universum keine Seltenheit. Schließlich ging Peter Parker auch noch zur Schule, als er seine übernatürlichen Fähigkeiten entdeckte und sich im Spider-Man-Kostüm durch die Hochhausschluchten Manhattans schwang. In der TV-Serie „Stargirl“ darf nun endlich auch einmal ein Mädchen von einer normalen Teenagerin zur superheroischen Gerechtigkeitskämpferin avancieren. Als Grundlage diente der DC-Comic von Geoff Johns, der auch die Drehbücher für einzelne Filmepisoden verfasste.

Aus dem sonnigen Kalifornien zieht Courtney (Brec Bassinger) mit ihrer Mutter Barbara (Amy Smart) und dem frisch angeheirateten Stiefvater Pat (Luke Wilson) sowie dessen Sohn Mike (Trae Romano) nach Nebraska, wo die Patchwork-Familie sich eine neue Existenz aufbauen will. Die Tochter ist von dem Umzug genauso wenig begeistert wie von dem neuen Erziehungsberechtigten, der sich angestrengt, um ein gutes Verhältnis zu ihr bemüht.

Alles ändert sich, als Courtney im Keller eine von Pats Umzugskisten öffnet und darin einen „kosmischen Stab“ findet, der sich wie einst das Excalibur-Schwert in ihren Händen seine magischen Kräfte entwickelt. Wie sich bald herausstellt war der unscheinbare Pat einst als Gehilfe der „Justice Society of America“ (JSA) aktiv, deren Mitglieder vor einiger Zeit von den Widersachern der – bitte kurz festhalten – „Injustice Society of America“ (ISA) niedergemetzelt wurde. Es dauert nur wenige Filmminuten, bis die unscheinbare Courtney gegen Pats Einsprüche fest entschlossen ist, das Erbe ihres leiblichen Vaters (Deckname: Starman) anzutreten.

Weniger schnell kommt die Handlung in den ersten vier Episoden, die der Presse vorab zugänglich waren, in Gang. In der putzigen Kleinstadt Blue Valley wimmelt es nur so von ISA-Finsterlingen, die ungute Pläne für ein „New America“ schmieden, und auch auf die Nachwuchswidersacherin Courtney aufmerksam werden, die an ihrer High School weitere Mitglieder fürs jugendliche Superhelden-Kollektiv anwirbt.

Im Gegensatz zu den meisten DC-Verfilmungen – man denke nur an Zack Snyders „Justice League“, die gerade als vierstündiger „Directors Cut“ herausgekommen ist – bemüht sich „Stargirl“ um ein weniger düsteres Gefechtsumfeld.

Der Look orientiert sich an den Science-Fiction-Filmen der 80er-Jahre á la „E.T.“ und spart nicht mit nostalgischen Design-Zitaten. Zudem ist die jugendliche Heldin als unkaputtbarem Optimistin in Szene gesetzt, entwickelt darüber hinaus aber kaum fassbare Charaktereigenschaften. Brec Bassinger, die schon seit ihrem 14.Lebensjahr tapfer in zahlreichen Serien des Kinder-TV-Sender „Nickelodeon“ vor der Kamera stand, fehlt das notwendige Charisma, um die jugendliche Superheldin wirklich zum Leuchten zu bringen.

Info „Stargirl“ läuft bei Sky.