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Am Donnerstag von Litauen nach Frankreich verlegt: Schauspielerin Trintignant ist tot

Am Donnerstag von Litauen nach Frankreich verlegt : Schauspielerin Trintignant ist tot

Paris (rpo). Nach fünf Tagen im Koma ist die französische Schauspielerin Marie Trintignant in einem Krankenhaus in Neuilly bei Paris gestorben. Sie erlag einem Gehirnödem. Dies teilten die Ärzte mit.

Auf Wunsch ihrer Familie wurde sie noch von Litauen in ihre Heimat Frankreich verlegt. Sie war am Donnerstagabend in Paris eingetroffen.

Die 41-Jährige war am Sonntag mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. Ihr Freund, der französische Rockstar Bertrand Cantat, steht im Verdacht, die Schauspielerin verprügelt zu haben.

Trintignant wurde nach ihrer Ankunft in Paris sofort in eine Klinik transportiert und von französischen Ärzten untersucht. Als Ergebnis der Untersuchung prognostizierten sie den Zustand der Schauspielerin als hoffnungslos. Es gebe "absolut keine Hoffnung", sagten die Ärzte.

Wie der Anwalt der Familie, Rimas Andrikis, Stunden zuvor in Vilnius mitteilte, erhielt Trintignants Familie die richterliche Erlaubnis, die Patientin nach Frankreich zu bringen. Die litauischen Ärzte hätten davon jedoch strikt abgeraten und erklärt, Trintignant könne schon den Abtransport aus der Intensivstation nicht überleben.

Zuvor entschied das Bezirksgericht in Vilnius, Cantat mindestens bis zum 14. August in Haft zu behalten, um den Staatsanwälten mehr Zeit für ihre Ermittlungen zu geben. Trintignants Mutter Nadine rief das Gericht auf, Cantat nicht auf freien Fuß zu setzen, da er eine Gefahr für andere Frauen darstelle. Der Sänger der Rockband Noir Desir äußerte vor Journalisten Bedauern über Vorfall, erklärte jedoch, es habe sich um einen Unfall gehandelt.

Trintignants Überlebenschancen galten auch bei den litauischen Ärzten als gering. Die 41-Jährige liegt seit ihrer Einlieferung ins Krankenhaus am Sonntag im Koma und wurde zwei Mal operiert. Cantat steht im Verdacht, unter starkem Alkoholeinfluss am Sonntagmorgen die Schauspielerin geschlagen zu haben. Trintignant hielt sich seit Anfang Juni für Dreharbeiten zu dem französisch-litauischen Film "Colette" in der Stadt auf, bei dem ihre Mutter Regie führt.