Filmkritik zum deutschen Oscar-Beitrag „Ich bin dein Mensch“ – Diese Mensch-Maschine sieht aus wie ein Adonis

Düsseldorf · Eine Frau verliebt sich in eine ziemlich betörend konstruierte Maschine: „Ich bin dein Mensch“ von Maria Schrader ist ein philosophisches Vergnügen – und geht für Deutschland als Bewerber ins Oscar-Rennen. Wir haben ihn gesehen.

 Alma (Maren Eggert) mit ihrem Roboter Tom (Dan Stevens).

Alma (Maren Eggert) mit ihrem Roboter Tom (Dan Stevens).

Foto: Majestic

Die Menschen sind ein bisschen doof, wenn es um die Liebe geht. Sobald sie denken, sie hätten ihr ideales Gegenüber gefunden, regiert allzu oft Herz über Kopf, und dann ist es egal, dass die Andere vielleicht eine Maschine ist. Ja, hier steht ganz bewusst „die Andere“, denn die Kulturgeschichte der Liebe zwischen Mensch und Automat wurde bislang männlich dominiert. Bei E. T. A. Hoffmann im „Sandmann“ zum Beispiel. Die Romantik war ja ohnehin eine Epoche, in der Mischwesen die Fantasie der Künstler bevölkerten, und in dieser Erzählung verfiel Nathanael seiner Olimpia. Die Automatin konnte nur wenige Worte sprechen, „Ach, ach!“ zum Beispiel, aber das genügte. Nathanael fand das tiefgründig, und schon war es um ihn geschehen.