Oscar und Goldene Himbeere: Sandra Bullocks verrücktes Wochenende

Oscar und Goldene Himbeere: Sandra Bullocks verrücktes Wochenende

Los Angeles (RPO). Sandra Bullock gehört seit ihrem Durchbruch mit dem Kassenknüller "Speed" vor 16 Jahren zu den beliebtesten und bestverdienenden Schauspielerinnen Hollywoods. Von der Kritik oft abgewatscht, hat die Tochter einer deutschen Opernsängerin jetzt ihren ersten Oscar erhalten. Nur einen Tag zuvor wurde sie als schlechteste Schauspielerin ausgezeichnet. Ein verrücktes Wochenende.

Auch in der Oscar-Nacht zeigte sie sich einmal mehr als Königin der Herzen. Ihr tränenreicher Auftritt war einer der Höhepunkte der Gala. "Habe ich das wirklich verdient, oder habe ich euch alle mürbe gemacht?", fragte sie das Publikum, nachdem sie ihren Oscar als beste Hauptdarstellerin in dem Film "The Blind Side" (Die große Chance) aus den Händen von Sean Penn entgegengenommen hatte. Der Riesenbeifall des Publikums bewies ihr: Sie hat es verdient.

Bullock gelang als erster Schauspielerin Hollywoods zudem das "Kunststück", an einem einzigen Wochenende einen Oscar als beste Schauspielerin und auch den Schmähpreis "Goldene Himbeere" als schlechteste Darstellerin zu erhalten. Als erste noch aktive Preisträgerin fünf Jahre nach Halle Berry zeigte sie die Größe, sich die "Goldene Himbeere" persönlich abzuholen.

Bullock zeigte sich dabei souverän-selbstironisch. Zur Verleihung des "Razzys" brachte Bullock einen Bollerwagen voller DVDs mit dem geschmähten Film "Verrückt nach Steve" mit. Jeder der 300 Zuschauer müsse eine Kopie mitnehmen, forderte die Schauspielerin. Falls die Kritiker ihre Meinung über den Film ändern sollten, werde sie im nächsten Jahr die Himbeere zurückgeben "und dann gehen wir alle zusammen was trinken".

"Ich hatte eine super Zeit beim Razzy", sagte Bullock hinterher. Noch in der Oscar-Nacht kündigte sie an, beide Preise zu Hause in ihr Regal zu stellen. "Sie werden irgendwo Seite an Seite stehen, der Razzy vielleicht auf einem anderen Brett, und tiefer", sagte die sympathische Schauspielerin und zeigt damit einmal mehr ihre Bodenständigkeit.

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Kein Glamour-Girl

Wie kaum eine andere Schauspielerin Hollywoods verkörpert "Sandy" das nette Mädchen von nebenan. Glamour sagt man dem Star aus Kinoknüllern wie "Speed" und "Während Du schliefst" nicht nach. So konnte sie auch glaubhaft in der Erfolgskomödie "Miss Undercover", einem ihrer größten Erfolge, eine eher unscheinbare Polizistin verkörpern, die in einem verdeckten Einsatz zu einem Schönheitswettbewerb herausgeputzt wird.

Eine besondere Beziehung hat Sandra Bullock zu Deutschland. Geboren am 26. Juli 1964 in Arlington im US-Staat Virginia, verbrachte sie ihre Kindheit größtenteils in Nürnberg. Ihr Vater John, ein Gesangslehrer, war als US-Soldat in Bayern stationiert, ihre Mutter ist die vor zehn Jahren gestorbene Opernsängerin Helga Mayer, die im Nürnberger Staatstheater auftrat.

Zusammen mit ihrer Schwester Gesine begleitete Sandra die Mutter zu Gastspielen und trat mitunter auch im Kinderchor auf. Zeitweise lebte sie auch in Wien und Salzburg. Im Teenageralter zog sie dann mit ihren Eltern in die USA. Sie spricht noch immer fast akzentfrei Deutsch.

(apd/csr)