Filmmusik zu „Im Westen nichts Neues“ Düsseldorfer Komponist Hauschka gewinnt Oscar

Los Angeles · „Im Westen nichts Neues“ wurde bei den Oscars gleich mehrfach ausgezeichnet. Damit wurde auch die Arbeit eines Komponisten aus Düsseldorf gewürdigt. In seiner Dankesrede ging es um eine wichtige Botschaft seiner Mutter.

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Die deutsche Produktion „Im Westen nichts Neues“ hat den Oscar für die beste Filmmusik gewonnen. Ausgezeichnet wurde der in Düsseldorf lebende Komponist Volker Bertelmann alias Hauschka in der Kategorie „Original Score“.

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"Danke an die Academy für diese große Anerkennung", begann Bertelmann laut des US-amerikanischen Nachrichtenmagazins "Billboard" seine Dankesrede. "Als ich an dem Film gearbeitet habe, habe ich ein paar Mal an meine Mutter gedacht, weil sie mir immer wieder gesagt hat - wenn du die Menschheit und die Empathie in der Welt verändern willst, musst du bei dir selbst und in deinem eigenen Umfeld anfangen. Denn dadurch lernt man, und man kann tatsächlich zeigen, wie wir alle zusammen leben können. Wenn man also an einem solchen Film arbeitet, ist man immer tief berührt."

Bertelmann bedankte sich anschließend bei seiner Frau, seinen Kindern, seinen Mitarbeitern und seinen Mitnominierten und "last but not least... bei Ihnen allen für diesen wunderbaren Abend."

Vier Auszeichnungen für „Im Westen nichts Neues“

Die deutsche Literaturverfilmung „Im Westen nichts Neues“ räumte außerdem drei weitere Oscars ab. Der Film von Regisseur Edward Berger wurde in der Nacht zum Montag in Los Angeles als bester internationaler Film ausgezeichnet. Preise gab es auch für Kamera und Szenebild. Die Auszeichnung als bester Film verpasste die Produktion allerdings, stattdessen wurde „Everything Everywhere All at Once“ ausgezeichnet.

Mit seinen vier Auszeichnungen geht „Im Westen nichts Neues“ in die deutsche Filmgeschichte ein. Der Film ist erst das vierte Werk aus Deutschland, das den Oscar als bester internationaler Film holt – nach „Das Leben der Anderen“ (2007), „Nirgendwo in Afrika“ (2003) und „Die Blechtrommel“ (1980). Regisseur Berger bedankte sich bei seinem Team und seiner Familie: „Oh Gott, das bedeutet uns so viel.“

Sein Film beruht auf dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque und erzählt von den Grauen des Ersten Weltkriegs. Der Film war insgesamt neun Mal nominiert und das erste deutsche Werk, das auch in der Kategorie „Bester Film“ vorgeschlagen war.

Für den ganz großen Triumph reichte es allerdings nicht: Das Science-Fiction-Abenteuer „Everything Everywhere All at Once“ gewann den Oscar als bester Film des Jahres. Der Film der Regisseure Daniel Kwan und Daniel Scheinert setzte sich bei der Oscar-Verleihung gegen starke Konkurrenz durch. „Everything Everywhere“ gewann insgesamt sieben Oscars und war damit der große Sieger des Abends.

Der von Kritikern gefeierte wilde Genre-Mix gewann auch die Oscars für die beste Regie, für die beste Hauptdarstellerin (Michelle Yeoh), die beste Nebendarstellerin (Jamie Lee Curtis), den besten Nebendarsteller (Ke Huy Quan), das beste Originaldrehbuch und den besten Schnitt.

Der Film war mit elf Nominierungen als Top-Favorit ins Oscar-Rennen gegangen. In „Everything Everywhere“ wird die aus China stammende Chefin eines Waschsalons in den USA plötzlich in ein Multiversum aus Parallelwelten katapultiert und muss gegen eine Super-Bösewichtin ankämpfen, bei der es sich um ihre Tochter handelt.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) gratulierte dem Komponisten Volker Bertelmann alias Hauschka zum Oscar für die Musik zum Film „Im Westen nichts Neues“. „Eine der begehrtesten Trophäen der Filmszene geht nach Nordrhein-Westfalen – herzlichen Glückwunsch, Volker Bertelmann alias Hauschka und dem ganzen Team!“, schrieb Wüst am Montagmorgen auf Twitter.

Kostenpflichtiger Inhalt Ein Interview mit dem oscarprämierten Komponisten Volker Bertelmann, besser bekannt als Hauschka, lesen Sie hier. Er schuf die Musik für das Weltkriegsdrama „Im Westen nichts Neues“.

(mba/dpa)
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