Oscars 2020 - Nominierungen als bester Film - das sind die Favoriten

Favoriten-Check : Die besten Filme bei den Oscars – worum es geht und ihre Chancen

Neun Filme haben die Chance auf den Titel „Bester Film“ bei den diesjährigen Oscars. Wir stellen die Nominierten vor und machen den Favoriten-Check.

„The Irishman“

  • Worum geht es? Früherer Lastwagenfahrer und Kleinkrimineller macht Karriere bei der Mafia. Drei-Stunden-30-Minuten-Epos über die Verflechtungen zwischen organisiertem Verbrechen und einer Trucker-Gewerkschaft in den USA ab den 1950er Jahren. Manche mögen, dass Regisseur Martin Scorsese die Geschehnisse ganz langsam ausbreitet. Andere finden das langweilig.
  • Oscar-Chancen: Bei den Golden Globes und Critics' Choice Awards leer ausgegangen. Wird wieder nichts.

„Marriage Story“

  • Worum geht es? Scheidungsdrama zwischen Nicole (Scarlett Johansson) und Charlie (Adam Driver). Es geht um das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn, und es reden dann erst einmal die Anwälte. Wie im echten Leben dauert‘s eine Weile, bis sich alle wieder einkriegen.
  • Oscar-Chancen: Könnte klappen. Sehr beliebt unter Netflix-Connaisseuren.

„Once Upon a Time in Hollywood“

  • Worum geht es? Verbeugung vor dem alten Hollywood. Leonardo DiCaprio spielt den abgehalfterten Schauspieler Rick Dalton, Brad Pitt seinen Kumpel, das Stuntdouble Cliff Booth. Dalton wohnt in der Nähe von Roman Polanski und Sharon Tate. Tate wurde 1969 ermordet, was Quentin Tarantino selbstverständlich nicht auslässt.
  • Oscar-Chancen: Durchaus. War schon „Bester Film“ bei den Critics' Choice Awards.

„Jojo Rabbit“

  • Worum geht es? Der zehnjährige deutsche Hitler-Fan Jojo Betzler wird während der letzten Kriegsmonate in ein Nazi-Camp geschickt, dort getriezt und von einer Handgranate verletzt. Zurück bei Muttern stellt er fest, dass diese ein jüdisches Mädchen versteckt hält.
  • Oscar-Chancen: Kommt in Deutschland noch ins Kino – abwarten.

„Joker“

  • Worum geht es? Arthur Fleck verdingt sich als Clown, der auf den Straßen Gotham Citys Werbeschilder herumwirbelt. Er erfährt zahlreiche Demütigungen, bis ihm ein Revolver in die Hände fällt und es bald schon knallt. Gruseliger Kerl – Joaquin Phoenix scheint der Oscar als bester Hauptdarsteller für seine Leistung als Joker schon sicher.
  • Oscar-Chancen: Unbedingt.

„Le Mans 66“

  • Worum geht es? Film über die Fehde zwischen den Autoherstellern Ford und Ferrari (US-Filmtitel: „Ford v Ferrari“) in den 1960ern. Ford möchte den Rennern aus Italien endlich Konkurrenz machen, beim 24-Stunden-Rennen von Daytona soll das gelingen.
  • Oscar-Chancen: gering.

„1917“

  • Worum geht es? Weltkriegsfilm, spielt im titelgebenden Jahr. Zwei britische Soldaten müssen eine Nachricht an ein anderes Bataillon überbringen und dafür feindliches Terrain durchqueren. Die Kamera bleibt ihnen stets auf den Fersen, der Film wirkt wie in einer Einstellung gedreht.
  • Oscar-Chancen: Hoch. War schon „Bestes Filmdrama“ bei den Golden Globes.

„Little Women“

  • Worum geht es? Vier Schwestern versuchen, sich Mitte des 19. Jahrhunderts als junge Frauen zu behaupten. Das ist damals noch schwerer als heute. Ihre Lebensentwürfe gestalten sich dabei denkbar unterschiedlich.
  • Oscar-Chancen: Kommt in Deutschland noch ins Kino – abwarten.

„Parasite“

  • Worum geht es? Eine Sippe aus der koreanischen Unterschicht schleicht sich nach und nach bei einer reichen Familie ein. Irgendwann machen sie es sich in deren Villa buchstäblich bequem, und so etwas geht selten gut.
  • Oscar-Chancen: Ist schon Favorit für den Auslands-Oscar. Wäre ein grandioser Doppel-Erfolg.

++++13. Januar 2020++++

Elf Nominierungen für Oscar-Favorit „Joker“

Mit elf Nominierungen geht der Film „Joker“ als großer Favorit in das diesjährige Oscar-Rennen. Der düstere Comic-Thriller von Regisseur Todd Phillips hat unter anderem Chancen auf Auszeichnungen in den Kategorien als bester Film, für Regie und Hauptdarsteller Joaquin Phoenix. Jeweils zehn Nominierungen gab es für „The Irishman“, „1917“ und „Once Upon a Time in Hollywood“. Diese Filme sind ebenfalls in der wichtigsten Kategorie für den besten Film nominiert.

Außerdem haben die Regisseure dieser Werke Chancen auf einen Regie-Oscar: Todd Phillips („Joker“), Martin Scorsese („The Irishman“), Sam Mendes („1917“) und Quentin Tarantino („Once Upon a Time in Hollywood“). Das teilte die Oscar-Akademie am Montag mit.

Brad Pitt und Laura Dern haben Chancen auf den Oscar als beste Nebendarsteller. Pitt wurde für seine Rolle als Stuntman in Quentin Tarantinos „Once Upon a Time in Hollywood“ nominiert, Dern für ihren Auftritt als Scheidungsanwältin in „Marriage Story“. In der Männerriege konkurriert Pitt unter anderem mit Al Pacino und Joe Pesci aus „The Irishman“. Zu den fünf Anwärterinnen in der Frauenriege gehören auch Scarlett Johansson („Jojo Rabbit“) und Margot Robbie („Bombshell“).

Die deutsche Ko-Produktion „The Cave“ (deutscher Titel „Die Höhle“) hat Chancen auf einen Oscar als beste Dokumentation. Das Werk des aus Syrien stammenden Regisseurs Feras Fayyad („Die letzten Männer von Aleppo“) ist unter den fünf Anwärtern für den Preis.

Bei den Golden Globes wurden kürzlich der Kriegsfilm „1917“ von Sam Mendes als bestes Filmdrama und Quentin Tarantinos „Once Upon a Time in Hollywood“ als beste Komödie ausgezeichnet.

Für den besten nicht-englischsprachigen Film ist dieses Mal kein deutsches Werk nominiert. Das Drama „Systemsprenger“ von Nora Fingscheidt war schon Mitte Dezember bei der Vorauswahl auf der Strecke geblieben. Die Oscars werden am 9. Februar zum 92. Mal vergeben.

++++13. Januar 2020++++

Oscar-Verleihung findet ohne Gastgeber statt

Über Jahrzehnte hinweg standen Oscar-Gastgeber im Rampenlicht. Hollywood wichtigste Preisgala begann traditionell mit einem Eröffnungsmonolog, mit frechen Seitenhieben auf Politik und Showbusiness. Mit Gags führten Star-Moderatoren live durch die Show. Doch zum zweiten Mal in Folge wird der „Host“ in diesem Jahr fehlen. Bei der Preisgala am 9. Februar werden Stars, Darbietungen und Überraschungen, aber kein Gastgeber mit dabei sein, wie die Filmakademie in Beverly Hills am Mittwoch in einem Tweet mitteilte.

ABC-Senderchefin Karey Burke bestätigte vor Journalisten, dass es keinen traditionellen Moderator geben werde, wie das Branchenblatt „Hollywood Reporter“ berichtete. Die Show solle im Stil der vorigen Trophäen-Verleihung ablaufen.

Im Februar 2019 fehlte erstmals seit 30 Jahren ein Gastgeber, der die Show lenkte. Der zunächst vorgesehene US-Komiker Kevin Hart war nach einer Kontroverse um frühere schwulenfeindliche Bemerkungen kurzfristig abgesprungen. Einen Ersatz benannte die Akademie nicht. Am Ende füllten Star-Präsentatoren - darunter Charlize Theron, Javier Bardem und Daniel Craig - die Lücke.

Moderatoren, Komiker oder Schauspieler wie Jimmy Kimmel, Ellen DeGeneres, Chris Rock, Whoopi Goldberg, John Stewart und Billy Crystal gaben früher bei der Oscar-Gala den Ton an. Bei der Vergabe der Golden Globes am vorigen Wochenende stand Ricky Gervais als Gastgeber auf der Bühne. Zum fünften Mal teilte der britische Komiker mit bissigen Sprüchen bei der Preisverleihung aus.

Die Oscar-Nominierungen werden am 13. Januar 2020 präsentiert. Die 92. Preisverleihung soll am 9. Februar in Hollywood stattfinden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das sind die Oscar-Nominierungen 2020

(kron/lukra/dpa)