Oscars 2019: „Bohemian Rhapsody“ räumt ab, kein Oscar für deutsche Filme

Oscar-Verleihung 2019 : „Green Book“ triumphiert - deutscher Hoffnungsträger geht leer aus

Die Trophäen der 91. Oscar-Verleihung sind vergeben. In der wichtigsten Kategorie konnte sich ein Rassismus-Drama gegen die Favoriten durchsetzen. Die deutsche Produktion „Werk ohne Autor“ bekam keine Auszeichnung.

Das Rassismus-Drama „Green Book - Eine besondere Freundschaft“ hat den Oscar für den besten Film gewonnen. Insgesamt erhielt das Werk von Regisseur Peter Farrelly in der Nacht zu Montag drei Auszeichnungen. Der Film erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem schwarzen Musiker und seinem weißen Chauffeur in den USA der 60er Jahre. Als bester Regisseur wurde der Mexikaner Alfonso Cuarón mit der Netflix-Produktion „Roma“ geehrt. Die Hoffnungen der deutschen Filmbranche auf eine Oscar-Statue wurden dagegen enttäuscht.

Der US-Amerikaner Rami Malek gewann für seine Darstellung des Queen-Sängers Freddie Mercury in „Bohemian Rhapsody“ die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller; der Musikfilm wurde insgesamt vier Mal geehrt. Die Britin Olivia Colman bekam den Hauptrollen-Oscar für ihre Verkörperung der englischen Königin Anne in der Historiengroteske „The Favourite - Intrigen und Irrsinn“.

Filmschaffende oder Produktionen aus Deutschland gingen allesamt leer aus. Das Künstlerdrama „Werk ohne Autor“ von Florian Henckel von Donnersmarck hatte gleich zwei Chancen: In der Kategorie „nicht-englischsprachiger Film“ und für den Kameramann Caleb Deschanel. Beide Auszeichnungen gingen an Cuaróns Werk „Roma“. Der dreifach ausgezeichnete Schwarz-Weiß-Film erzählt von einer Familie im Mexiko der 70er Jahre und ist eine Hommage an die Kindermädchen aus Cuaróns Vergangenheit. Henckel von Donnersmarck hatte 2007 mit dem Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ den Auslands-Oscar gewonnen.

Die deutsch-syrisch-libanesische Produktion „Of Fathers and Sons - Die Kinder des Kalifats“ des in Berlin lebenden Syrers Talal Derki hatte in der Kategorie „beste Dokumentation“ das Nachsehen; auch die deutsche Make-up-Artistin Pamela Goldammer, die für ihre Arbeit in dem Fantasyfilm „Border“ nominiert gewesen war, ging leer aus.

In den Nebendarsteller-Kategorien wurden zwei afro-amerikanische Darsteller geehrt: Regina King gewann mit ihrer Rolle einer kämpferischen Mutter in dem Drama „If Beale Street Could Talk“; Mahershala Ali holte sich nach „Moonlight“ seinen zweiten Oscar für „Green Book“.

Die 91. Oscar-Verleihung hatte diesmal keinen festen Moderator, dadurch fiel die Gala deutlich straffer und geschäftsmäßiger aus als früher. Lediglich zu Beginn der Show im Dolby Theatre in Los Angeles kam Stimmung auf, als die Band Queen mit der Rockhymne „We will rock you“ die Zuschauer begeisterte.

Steven Gätjen, Moderator von Pro7 auf dem roten Teppich, hatte während der Live-Übertragung in diesem Jahr große Probleme. Was genau passiert ist, lesen Sie hier.

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Filmfans fiebern Oscar-Verleihung entgegen

Veröffentlicht am 24. Februar 2019

Filmfans in aller Welt fiebern der 91. Oscar-Verleihung am Sonntagabend (Ortszeit in Deutschland: Montagmorgen um 2 Uhr) in Hollywood entgegen. Als Favoriten gehen der mexikanische Film „Roma“ von Alfonso Cuarón und die Historien-Groteske „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ mit je zehn Nominierungen ins Rennen. Insgesamt haben acht Werke Chancen auf den Preis als bester Film. Glenn Close, Olivia Colman, Rami Malek und Christian Bale gelten als aussichtsreiche Kandidaten für die Hauptdarstellerpreise.

Mit dem Künstlerporträt „Werk ohne Autor“ könnte Florian Henckel von Donnersmarck den zweiten Auslands-Oscar nach Deutschland holen, zwölf Jahre nach seinem Triumph mit dem Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“. In der Sparte beste Dokumentation ist „Of Fathers And Sons - Die Kinder des Kalifats“ des aus Syrien stammenden und in Berlin lebenden Regisseurs Talal Derki unter den fünf Anwärtern.

Die Show beginnt mit dem Defilee der Stars auf dem roten Teppich vor dem Dolby Theatre in Los Angeles. Die Gala findet diesmal ohne Gastgeber statt, die durch die Show führen. Star-Präsentatoren wie Charlize Theron, Javier Bardem und Daniel Craig sollen die Lücke füllen.

Die Preisverleihung wird im deutschen Fernsehen von Pro7 live übertragen. Um 22.55 Uhr startet die Vorberichterstattung mit einer „Red“-Sondersendung. Um 23.55 Uhr melden sich Viviane Geppert, Annemarie Carpendale und Steven Gätjen vom Roten Teppich. Die Verleihung startet um 2 Uhr in der Nacht zu Montag.

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So lang ist der rote Teppich für die Stars

Veröffentlicht am 21. Februar 2019

Wenige Tage vor der Oscar-Gala ist der rote Teppich für Hollywoods große Show ausgerollt worden. Über 250 Meter lang und gut zehn Meter breit bedeckt der Teppich ein Stück des sonst stark befahrenen Hollywood Boulevards. Den „Roll Out“ verfolgten Dutzende Kamerateams und Fotografen mit.

Am Sonntag laufen hier die Oscar-Gäste entlang zum Eingang des Dolby-Theaters, wo die Trophäen zum 91. Mal verliehen werden. Bis dahin installieren Dutzende Helfer den berühmten Laufsteg, stutzen Kanten und verschweißen Nahtstellen. Dazu werden Absperrungen und Tribünen für mehr als 700 Fans und für die Presse aufgebaut. Auch in diesem Jahr wird wieder ein durchsichtiges Plastikdach über die Flaniermeile gespannt. Der Straßenabschnitt ist eine gute Woche für den Verkehr gesperrt.

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Dieser Film ist der klare Favorit

Veröffentlicht am 19. Februar 2019

Top-Favorit bei der diesjährigen Oscar-Verleihung ist die Netflix-Produktion „Roma“. Regie bei dem autobiaografisch geprägten Drama führte der Mexikaner Alfonso Cuarón. In dem Schwarz-Weiß-Film geht es um eine mexikanische Mittelschichtfamilie in den siebziger Jahren und ihre Hausangestellte Cleo. Sie wird von der Mexikanerin Yalitza Aparicio verkörpert, die sich für ihre schauspielerische Leistung Hoffnungen auf einen Oscar als beste Hauptdarstellerin machen darf.

Darüber hinaus ist „Roma“ unter anderem für den besten Film, die beste Regie, die beste Nebendarstellerin, den besten Ton und die beste Kamera nominiert.

Bereits Anfang Januar wurde "Roma" bei den Golden Globes für den besten fremdsprachigen Film und die beste Regie ausgezeichnet. Diesen Monat gewann "Roma" bei den britischen Bafta-Filmpreisen erneut in mehreren Kategorien, darunter überraschend auch in den Königskategorien bester Film und beste Regie.

Für Netflix ist "Roma" schon jetzt ein enormer Achtungserfolg. Denn die Filmbranche ringt noch mit sich, wie sie mit Filmen umgehen soll, die nicht für die Kinos, sondern für Streamingdienste und damit für das Filmvergnügen daheim produziert werden. Auch an "Roma" verdienten die Kinos kaum etwas, weil der Film nur in wenigen Lichtspielhäusern gezeigt wurde.

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Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

Das sind die Oscar-Nominierungen 2019

Wann findet die Oscar-Verleihung statt und wo wird sie übertragen?

Erstmals finden die Oscars ohne Moderator statt

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Das sind die deutschen Hoffnungsträger

(veröffentlicht am 18. Februar 2019)

Unter den vielen Oscar-Nominierten sind auch in diesem Jahr wieder einige Deutsche, die damit Chancen auf eine der begehrten Trophäen haben. Diese Produktionen gehen für Deutschland ins Rennen.

„Werk ohne Autor“: Das Künstlerdrama des deutschen Regisseurs Florian Henckel von Donnersmarck (45) gehört zu den fünf Finalisten in der Sparte bester nicht-englischsprachiger Film. In den Hauptrollen sind Tom Schilling als Künstler, Paula Beer als dessen Ehefrau und Sebastian Koch als Schwiegervater zu sehen. Zu den Konkurrenten in dieser Oscar-Kategorie zählen unter anderem die Filme „Roma“ (Mexiko) und „Cold War“ (Polen).

„Werk ohne Autor“ hat darüber hinaus noch eine weitere Preis-Hoffnung: Auch der US-Kameramann Caleb Deschanel (74) ist für seine Arbeit nominiert. Für Donnersmarck ist es die zweite Oscar-Chance. Mit dem Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ holte er 2007 bereits den Auslands-Oscar.

„Of Fathers And Sons - Die Kinder des Kalifats“: Die deutsche Ko-Produktion ist in der Sparte für die beste Dokumentation nominiert. Regie führte der aus Syrien stammende und in Berlin lebende Regisseur Talal Derki (41). In der deutsch-syrisch-libanesischen Doku über die Kriegstraumata von Jugendlichen folgt Derki der Familie eines islamistischen Kämpfers während des syrischen Bürgerkriegs.

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„Roma“-Schauspieler erhält Visum für Reise zu den Oscars

(veröffentlicht am 15. Februar 2019)

Nach mehrfacher Visa-Verweigerung darf ein Schauspieler aus dem Film „Roma“ nun doch aus Mexiko zur Oscar-Verleihung in die USA reisen, wie US-Medien berichteten.

Jorge Antonio Guerrero (26) habe unter anderem mit Hilfe des Streaming-Dienstes Netflix, der den Film von Regisseur Alfonso Cuarón produzierte, ein Einreisevisum bei der US-Botschaft in Mexiko bekommen, berichteten die „Los Angeles Times“ und das Filmblatt „Variety“.

Guerrero dankte allen Beteiligten auf Instagram. Seit Anfang 2018 seien drei seiner Anträge abgelehnt worden, hatte der Schauspieler zuvor in Interviews erklärt.

Mit zehn Oscar-Nominierungen, darunter in den Sparten für den besten Film und die beste Regie, ist „Roma“ bei der Preis-Verleihung am 24. Februar ein Favorit. Auch die mexikanischen Darstellerinnen Yalitza Aparicio und Marina de Tavira sind nominiert. In dem in Schwarz-Weiß gedrehten Film erzählt Cuarón die sehr persönliche Geschichte einer Familie und ihrer Haushälterinnen im Mexiko der 70er Jahre. Guerrero spielt den Freund des Dienstmädchens Cleo, der einer militanten Gruppe beitritt.

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Diesjährige Oscar-Verleihung findet ohne Moderator statt

(veröffentlicht am 7. Februar 2019)

Bei der kommenden Oscar-Verleihung wird es erstmals seit drei Jahrzehnten keinen Moderator geben, der durch den Abend führt. Stattdessen soll ein ganz neues Format ausprobiert werden."Wir können bestätigen, dass es keinen Gastgeber geben wird", sagte ein Sprecher der Oscar-Akademie am Dienstag.

Der ursprünglich als Moderator vorgesehene US-Comedian und Schauspieler Kevin Hart hatte sich im Dezember im Streit um frühere homophobe Twitter-Beiträge zurückgezogen. Die Organisatoren der Zeremonie suchten daraufhin zunächst einen Ersatz - und entschlossen sich dann für eine Gala ohne Moderatoren.

Insidern zufolge soll bei der 91. Verleihung der begehrten Filmpreise am 24. Februar vielmehr ein neues Format ausprobiert werden. Demnach sollen Hollywood-Stars in einzelne Abschnitte der Show einführen. Zuletzt hatte es 1989 eine Oscar-Gala ohne Moderatoren gegeben.

In den vergangenen beiden Jahren moderierte der Talkmaster Jimmy Kimmel die Verleihung des wichtigsten Filmpreises der Welt. Der Druck auf die Academy of Motion Picture Arts and Sciences ist aufgrund sinkender Zuschauerzahlen groß. Zuletzt hatten nur noch 26,5 Millionen Menschen die glamouröse Gala im Fernsehen verfolgt, ein historisches Tief. Zum Vergleich: 2014 hatten noch 43 Millionen Menschen zugeschaut.

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Die Eindrücke vom Oscar-Lunch der Nominierten

(veröffentlicht am 6. Februar 2019)

Dieses Mittagessen in Hollywood ist nur für geladene Gäste: Beim traditionellen Oscar-Lunch treffen sich die Nominierten für die begehrte Trophäe. Mit dabei: Lady Gaga, Bradley Cooper und Willem Dafoe.

Lady Gaga sticht im weißen Kleid mit platinblonden Haaren aus der Menge hervor. Glenn Close strahlt an der Seite von Alfonso Cuarón. Und der deutsche Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck ragt in der letzten Reihe weit über den Kopf von Melissa McCarthy hinaus: Mehr als 170 Oscar-Anwärter haben sich am Montag für das traditionelle Gruppenbild der Nominierten um eine goldglänzende Oscar-Statue aufgestellt.

Drei Wochen vor der Trophäen-Gala lud die Film-Akademie wieder zum „Lunch“ der Nominierten in Beverly Hills ein. Bei dem Treffen mischten neben hochkarätigen Stars wie Lady Gaga, Amy Adams, Bradley Cooper, Rami Malek und Viggo Mortensen auch weniger bekannte Filmschaffende, darunter Make-Up-Künstler, Bühnenbildner und Cutter, mit.

Am 24. Februar wird es im Dolby-Theatre in Hollywood ernst, doch bei dem Probelauf im Ballsaal des Beverly Hilton Hotel ging es locker zu. Die Oscar-Anwärter hatten sichtlich Spaß dabei, beim Lunch mit Lachs miteinander für Fotos zu posieren und sich auszutauschen. Ganz bewusst würde man die Nominierten aus verschiedenen Filmen und Sparten an den Tischen bunt mischen, „damit sie sich besser kennenlernen“, teilte die Akademie auf Twitter mit.

Neben Cocktails und Nachtisch gab es auch Benimm-Regeln für den großen Abend. Die Show-Produzenten wollen die Gala diesmal auf drei Stunden begrenzen. Sie schärften den zukünftigen Gewinnern ein, ihr „Thank You“ kurz zu halten. Wenn ihr Name aufgerufen wird, hätten sie 90 Sekunden Zeit, auf die Bühne zu eilen und ihre Dankesrede zu halten. Dann wird die Musik hochgefahren, bis der Redner verstummt.

Produzentin Donna Gigliotti mahnte, dass man es „kurz, aber vom Herzen“ machen soll. Ihr Vorzeigebeispiel: die einminütige Rede von Steven Soderbergh, der 2001 für „Traffic - Macht des Kartells“ den Regie-Oscar gewann. Statt zig Leuten zu danken, brachte er den Saal zum Lachen und hielt ein leidenschaftliches Plädoyer auf Kreativität und Kunst.

Als Florian Henckel von Donnersmarck 2007 mit „Das Leben der Anderen“ den Auslands-Oscar holte, lief die Zeit aus, als er gerade seiner Frau danken wollte. Gegen die einsetzende Musik dröhnte der deutsche Regisseur damals an, er müsse noch eines sagen: „Christiane, I love you“. Am Montag war Donnersmarck mit dem Künstlerporträt „Werk ohne Autor“ zum zweiten Mal als Oscar-Anwärter eingeladen.

Der aus Syrien stammende und in Berlin lebende Regisseur Talal Derki reiste ebenfalls an. Er ist mit seinem Berliner Produktionsteam für die Kriegs-Dokumentation „Of Fathers And Sons - Die Kinder des Kalifats“ nominiert.

Das Schwarz-Weiß-Drama „Roma“ des mexikanischen Oscar-Preisträgers Alfonso Cuarón und die Historien-Groteske „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ des Griechen Yorgos Lanthimos sind mit je zehn Nominierungen die diesjährigen Oscar-Favoriten.

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Netflix-Film „Roma“ gleich zehnmal nominiert

(veröffentlicht am 23. Januar 2019)

Der Netflix-Film „Roma“ ist zehn Mal für den wichtigsten Filmpreis der Welt nominiert. Einen klassischen Kinostart hatte der Film nicht. Die deutsche Produktion „Werk ohne Autor“ hat Chancen auf den Auslands-Oscar.