Oscars 2018: Jubel und Enttäuschung bei den deutschen Nominierten

Oscar-Verleihung: Jubel und Enttäuschung bei deutschen Nominierten

Wer ist der deutsche Oscar-Gewinner 2018 Gerd Nefzer?

Der eine kann sein Glück kaum fassen, andere haben dagegen das Nachsehen - in der Oscarnacht kann zumindest ein deutscher Nominierter jubeln.

Der Deutsche Gerd Nefzer hat den Oscar für die besten visuellen Effekte gewonnen. Der 52-Jährige wurde in der Nacht zu Montag in Hollywood mit drei Kollegen für die Arbeit am Science-Fiction-Film "Blade Runner 2049" ausgezeichnet. Er zeigte sich überglücklich: "Dankeschön, Germany! Thank you - great", sagte er in seiner Dankesrede mit der goldenen Statue in der Hand. Nefzer kommt aus Schwäbisch Hall, arbeitet aber auch in der Filmschmiede Potsdam-Babelsberg.

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"Das fühlt sich großartig an, fantastisch!", jubelte Nefzer wenig später hinter der Oscarbühne. "Es ist ein super Moment in meinem Leben, ich hätte nie gedacht, dass ich es als deutscher Special Effects Supervisor mal zu den Oscars schaffe. Es ist unglaublich, ich kann es immer noch nicht fassen." Und auf die Frage, wie er seinen Erfolg feiern wolle, sagte er: "Ich bin mir noch nicht sicher, es ist das erste Mal, dass ich einen Oscar gewinne - wahrscheinlich auch das letzte Mal ... Aber ich denke, wir werden viel Spaß haben und wohl auch ein bisschen was trinken."

Weitere deutsche Oscarhoffnungen wurden allerdings enttäuscht: So gingen die Regisseurin Katja Benrath und ihr Produzent Tobias Rosen leer aus. Sie waren mit ihrem Werk "Watu Wote/All Of Us" in der Kategorie Live-Action-Kurzfilm nominiert. Dort gewann stattdessen "The Silent Child" von Chris Overton.

Der in Kenia gedrehte Film "Watu Wote/All Of Us" beruht auf einer wahren Geschichte: Bei einem Angriff der radikal-islamischen Terrormiliz Al-Shabaab im Jahr 2015 auf einen Bus an der Grenze zwischen Kenia und Somalia hatten sich Muslime schützend vor Christen gestellt. Benrath und Rosen sind beide Absolventen der Hamburg-Media-School.

Auch für den deutschen Filmkomponisten Hans Zimmer verlief der Abend enttäuschend. Sein Soundtrack für den Kriegsfilm "Dunkirk" blieb ohne Preis. Stattdessen ging der Oscar an den französischen Komponisten Alexandre Desplat für die Musik zu der Fantasy-Romanze "Shape Of Water - Das Flüstern des Wassers". Zimmer ist einer der erfolgreichsten Filmkomponisten aller Zeiten. Er holte bislang einmal den Oscar - 1995 für "Der König der Löwen".

Zuvor hatten auch schon Jakob Schuh und Jan Lachauer das Nachsehen. Die beiden in Berlin lebenden Regisseure hatten in der Sparte Animierter Kurzfilm Chancen mit "Revolting Rhymes" ("Es war einmal...nach Roald Dahl"). In dem Animationswerk treffen Märchenfiguren wie Schneewittchen, Rotkäppchen und der böse Welt aufeinander. Stattdessen gewann "Dear Basketball" des US-Amerikaners Glen Keane.

(wer)