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Madame Bovary mit Mia Wasikowska startet

Klassikerverfilmung : Düstere "Madame Bovary"

Klassikerverfilmungen sind immer ein Risiko: Die Geschichte ist bekannt, die Erwartungen sind hoch - und Filme gab es meist auch schon in Hülle und Fülle. Das hat Regisseurin Sophie Barthes ("Cold Souls") nicht davon abgehalten, Gustave Flauberts "Madame Bovary" aus dem Jahr 1857 neu zu inszenieren.

Als Madame Bovary versteht sie es, dem Zuschauer Verständnis und Mitleid ebenso zu entlocken wie absolutes Unverständnis und Wut. Sie spielt eine Figur zwischen unbändiger, ansteckender Lebenslust und Naivität und skrupelloser Selbstsucht. So erzählt sie die bekannte Geschichte der jungen Emma Bovary, die aus der lähmenden Eintönigkeit ihres Leben in der Provinz an der Seite des Arztes Charles Bovary flüchten will und sich dabei in Affären verstrickt.

Der zweite große Pluspunkt des Films ist Rhys Ifans (Hugh Grants exzentrischer, walisischer Mitbewohner aus "Notting Hill") als Kredithai Monsieur Lheureux. Seine Figur wechselt geschickt zwischen zwar durchschaubarem, aber nicht minder verführerischem Charme und - wie sich zum Schluss herausstellt - tödlicher Kompromisslosigkeit. Beinahe konsequent vergiftet die Madame sich zum Schluss - emotional durch die Affären und finanziell durch den Kredithai ruiniert - mit Arsen.

Ihr Selbstmord ist nicht nur der Schlusspunkt, sondern auch der Beginn des Films, eine dramatische Klammer, die dem Zuschauer bei aller Lebensfreude, die der Anfang des Films ausstrahlt, das drohende, dunkle Ende immer vor Augen hält.

Der Schwachpunkt des Films: Bovarys Männer. Henry Lloyd-Hughes bleibt als Charles Bovary so blass wie seine Rolle. Doch auch die Männer, mit denen sie ihren Mann betrügt - Ezra Miller als Leon und Logan Marshall-Green als Marquis d'Andervilliers - machen aus ihren Figuren nicht viel mehr als Abziehbildchen. Aber der Titel lautet ja nunmal auch "Madame Bovary".

"Madame Bovary", USA 2015, 118 Minunte, Regie: Sophie Barthes, mit Ezra Miller, Mia Wasikowska, Paul Giamatti

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(RP)