Kommentar zum Comeback von Patrick Stewart: Die Star-Trek-Legende ist zurück

Kommentar zur Rückkehr von Patrick Stewart : Captain Picard, machen Sie es so!

Seit Juli kursierten Gerüchte im Netz, nun hat Patrick Stewart sie bestätigt: Er kehrt als Sternenflotten-Captain Jean-Luc Picard zurück. Es ist der richtige Schritt – für ihn und Millionen „Star Trek“-Fans.

Es war Ende der 1980er Jahre. Eine Zeit ohne Internet, aber mit Fanmagazinen. Und in denen konnten Fans damals von der neuen Star-Trek-Serie „Next Generation“ lesen, die aber erst im September 1990 das deutsche Fernsehen erreichen sollte. Doch viele fremdelten zunächst mit dem neuen Captain: Glatzköpfig und leicht überheblich sollte er ein Ersatz sein für James T. Kirk, Spock und Dr. McCoy, die damals im Kino gerade wieder durchstarteten?

Damals kannten wir Patrick Stewart noch nicht. Als man dann aber die ersten Folgen von „Next Generation“ gesehen hatte, wurde er schnell zum Inbegriff eines Sternenflotten-Captains und eines Anführers. Jean-Luc Picard strahlte Würde aus. Er wirkte ruhig und handelte überlegt. Tiefsinnig und kritisch blickte er auf die Sternenflotte und die Föderation, dennoch stand er für ihre Werte und gegen alle Widerstände auch für seine Überzeugungen ein: ein Philosoph auf dem Kommandanten-Stuhl der Enterprise. Er war das Gegenteil von Captain Kirk und gerade das machte ihn zu einer Ikone. Zusammen mit dem typischen Zurechtzupfen der Uniform, seiner Liebe für Earl-Grey-Tee und Sätzen wie „Make it so“ – „Machen Sie es so“.

Sorry Kirk, aber kein anderer Captain brannte sich so dermaßen in das Gedächtnis der Fans ein, inspirierte sie und definierte die Vision von Star Trek. Und alles das wäre ohne das schauspielerische Können des Shakespeare-Darstellers Patrick Stewart nicht möglich gewesen.

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Nun kehrt er wieder zurück. Der US-Sender CBS hat den 78-Jährigen wieder verpflichtet für eine neue Serie. Und das ist gut so. Gerade ältere Fans können mit „Discovery“ nicht so viel anfangen und fremdeln mit ihr. Für sie sind weder Figuren noch die Story in sich schlüssig oder strahlen etwas von dem „Sense of Wonder“ aus, das „Next Generation“ mit Patrick Stewart ausmachte.

Für ältere Fans ist mit ihm sicher Nostalgie verbunden. Jüngere Fans dagegen erleben einen Captain, der in unserer Zeit vielleicht dringend nötig ist: ein integres Vorbild, das kein stumpfer Lautsprecher ist. Vielmehr jemand, der mit Bedacht vorgeht, hinter Vordergründiges blickt und dabei ein Team so führen kann, dass es ihm aus Überzeugung folgt.

Darum ist es gut, dass Patrick Stewart mit 78 Jahren zurückkehrt – in eine Rolle, die nun für eine neue Generation erneut prägend sein kann. So wie vor 30 Jahren, als er zum ersten Mal die Sternenflotten-Uniform angezogen hatte. Für Stewart ist es auch ein würdevoller Abschluss seiner Schauspiel-Karriere. In einem Interview mit einem anderen „Captain“, William Shatner alias James Kirk, gab er zu, dass es etwas gedauert habe. Mittlerweile aber könne er akzeptieren, dass man sich nicht an ihn wegen seiner Interpretation von Shakespeare-Charakteren erinnern werde - sondern dafür, dass er Jean-Luc Picard sei. Nun tritt er wieder an: „Make it so!“