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"Alles ist Liebe": Zuckersüßer Weihnachtsfilm mit vielen Stars

"Alles ist Liebe" : Zuckersüßer Weihnachtsfilm mit vielen Stars

Weihnachtsfilme sind ein heikles Genre. Die Gefahr, mit einer Überdosis Rührseligkeit in zuckersüße Belanglosigkeit abzustürzen, lauert hinter jedem Tannenzweig.

Bloß nicht in die Kitsch-Falle tappen! Der deutsche Komödien-Spezialist Markus Goller vermeidet zu Beginn seines prominent besetzten Ensemblefilms "Alles ist Liebe" nach einem Drehbuch von Jane Ainscough ("Miss Sixty") alle Betulichkeiten und legt Tempo vor. Action statt Adventsruhe.

Da bleibt die Figurenzeichnung zwangsläufig schematisch. Kurz vor dem Fest der Liebe regiert der ganz normale Wahnsinn: Verkäuferin Kiki (Nora Tschirner) trifft nach zehn Jahren ihre große Liebe Jan (Tom Beck) wieder, der sich vom netten Jungen von nebenan zum eitlen Filmstar gewandelt hat.

Kikis schwuler Bruder Viktor (Christian Ulmen), ein Vollstreckungsbeamter, will endlich seinen Freund Klaus (Friedrich Mücke), einen Bestatter, zum Traualtar führen. Ein wunderbares Pärchen. Und davon gibt es weitere.

Kurzweilig ist dieser Beziehungsreigen auf jeden Fall, aber zum Ende hin landet die Chaos-Komödie dann doch unvermeidlich im zuckersüßen Happy End. Wie ein überladener Weihnachtsbaum mit zu vielen Kugeln wirkt dieser Film, ein paar Figuren weniger wären mehr gewesen. Und von diesen Menschen und ihrem wirklichen Leben mitten im Stress der Weihnachtszeit hätten wir dann gerne etwas mehr erfahren.

(RP)