Klassiker neu verfilmt: Winnie Puuh kehrt zurück

Klassiker neu verfilmt : Winnie Puuh kehrt zurück

Düsseldorf (RP). Braun eingefärbt und schwer nostalgisch sieht es in diesem Raum aus! Das Licht schimmert verheißungsvoll und wie aus alten Zeiten auf Möbeln und Spielzeug, auch dieser uns so gut bekannte Stoffbär sitzt da. Winnie Puuh ist wieder da. Der Disney-Film ist ein großes Lob auf die Phantasie und Freundschaft.

Kein Zweifel, was wir in dieser Eröffnungssequenz und noch als Realfilm sehen, muss das Kinderzimmer von Christopher Robin sein, diesem Jungen, der in den zwanziger Jahren die ersten Abenteuer mit seinem Teddy Winnie Puhh erlebte, damals in den Büchern von A. A. Milne, später dann auch immer wieder im Fernsehen und im Kino.

Auch diese Geschichten erzählen ja "Toy Stories", also von lebendigen Spielzeugen, allerdings leben Winnie Puuh und Co. nicht unabhängig und im Geheimen, sondern einfach deshalb, weil der kleine Robin fest an sie glaubt. Aber pssst! Die kleinen Zuschauer brauchen das noch nicht zu wissen!

In diesem neuen Kinoabenteuer von Winnie Puuh, an dessen Produktion der "Toy Story"-Erfinder John Lasseter übrigens beteiligt war, hat der trübsinnige Esel I-Aah seinen Schwanz verloren, und der kleine Bär im roten Hemdchen streift nun mit seinen Gefährten durch den Hundert-Morgen-Wald, um das Anhängsel zu finden. Als das geschafft ist, versteht die eitle Eule einen Zettel von Christopher Robin mal wieder falsch, so dass die putzige Truppe sich von einem frei laufenden Monster namens Backson verfolgt fühlt. (Tatsächlich steht auf dem Zettel: "Back soon!") Und viel mehr passiert eigentlich nicht in dieser Zeichentrick-Adaption des englischen Kinderbuchklassikers. Aber für junge Zuschauer ist das ja schon eine ganze Menge.

Lob der Phantasie und Freundschaft

Und es ist auch alles liebevoll altmodisch zubereitet, die Disney-Studios verleiben sich den Stoff nicht einfach ein, sie betreiben hier also keine feindliche Übernahme, sondern inszenieren eine immer wieder auf das Buch und auf die Zeichnungen von E. H. Shepard zurückführende Hommage. Sogar in Kapitel haben sie ihre Geschichten eingeteilt, und oft laufen auf den Originalseiten Winnie und Co. herum, beklettern die Buchstaben und basteln sich aus ihnen auch mal eine Leiter. "Was ist ein Paragraph?" fragt Winnie Puuh, als er gerade auf einem solchen herumturnt.

Wem dieser Bär und seine Gefährten also von den Büchern her vertraut ist, der kann sie im Kino sofort wiedererkennen und nun in Aktion sehen. Insgesamt ist das Tempo kindgemäß gemächlich, bloß der aufgedrehte Tigger, ein früher Fall von ADS, lässt sich einfach nicht bremsen.

Eine beschaulich-charmante und von netten Songs umrankte Spielwelt öffnet sich in diesem Film, so als hätten sich dessen Schöpfer in ihre eigene Kindheit zurückversetzt, als hätten auch sie selbstvergessen gespielt und darüber die merkantilen Erwachseneninteressen fast vergessen. So nebenbei, und ohne dass es pädagogisch besonders auffällig würde, ist ihnen auch ein Lob der Fantasie, der Freundschaft und der Loyalität gelungen.

Den Computer haben sie bei der Animation nur wenig benutzt, jedenfalls trumpfen die Bilder überhaupt nicht auf. Nur beim goldenen Honigtraum des immer hungrigen Puuh darf der Computer dann mal zeigen, dass er auch was kann. Danach weiß man, wie ein kleiner Bär sich das Paradies vorstellt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Winnie Puuh - kleiner Bär ganz groß

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