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"Arteholic" im Kino: Udo Kier inszeniert sich als besessenen Kunstsammler

"Arteholic" im Kino : Udo Kier inszeniert sich als besessenen Kunstsammler

Udo Kier wirkt besessen bei diesem Thema: Kunst, so stellt er fest, sei für ihn eine Sucht. "Die ist teurer als Kokain, aber es ist eine angenehme Sucht, ich bleibe gesund dabei", sagt der Schauspieler, berühmt für seinen grell-intensiven Blick.

In seinem Haus, einer ehemaligen Bücherei in der kalifornischen Wüstenstadt Palm Springs, hat er viele Werke namhafter Künstler. Möbel von Mies van der Rohe oder Eames, Kunst von David Hockney, Andy Warhol, Sigmar Polke oder Robert Mapplethorpe. Zu fast allen Objekten und Künstlern fallen Kier Geschichten ein - so viele, dass er einen Film gedreht hat, passend zu seinem 70. Geburtstag: "Arteholic".

Eine unterhaltsame, oft abgedrehte und egozentrische Kunstbetrachtung eines Mannes, der verrückt ist nach jeglicher Ausdrucksform, sei es im Film, auf der Bühne oder auf Leinwand und Papier. Viele seiner Kunstfreunde kommen in der von Hermann Vaske inszenierten Rundreise durch Museen in Köln, Bonn, Berlin, Frankfurt am Main, Paris und Kopenhagen zu Wort: die Künstler Rosemarie Trockel oder Jonathan Meese, der Chef der Berliner Nationalgalerie, Udo Kittelmann oder der Bildhauer Tobias Rehberger.

Im Mittelpunkt: Die Kunst, aber auch Kier selbst, etwa wie er 2012 mit dem Regisseur Guy Maddin im Centre Pompidou in Paris Teil der Kunstaktion "Spiritismes" über verlorene Filme wird. Andy Warhol führte den jungen Schauspieler aus Köln, der eigentlich Udo Kierspe hieß, in die pulsierende Kunstszene ein mit ihren Partys, Auftritten und Skandalen. "Als Schauspieler bin ich wirklich eifersüchtig auf Maler", stellt Kier im Film fest. Ton, Licht, Kamera - alles nicht notwendig. "Wenn du Künstler bist, findest du immer einen Stift." Bestes Beispiel: Sein Freund Michael Buthe, der überbordende Farbenkünstler, mit dem er zusammen mit Marcel Odenbach in Köln in einer Künstlerkolonie lebte.

(dpa)