Tomb Raider 2018: Alicia Vikander übernimmt im Film die Rolle der Lara Croft

Neuauflage mit Alicia Vikander: "Tomb Raider" bietet rasante Action ohne Gefühl

"Tomb Raider" ist zurück: Diesmal übernimmt Alicia Vikander die Rolle der Action-Heldin. Allerdings bleibt die Hauptdarstellerin in der sonst eher blassen Neuauflage das einzige Pro-Argument.

Als weibliche Wiedergängerin von Indiana Jones eroberte Lara Croft 1994 den Videospielmarkt und behauptete sich in mehreren Dutzend Folgen von "Tomb Raider" als echte Bestseller-Heldin. Auch ins Kino schaffte es die Kämpferin im stilbildenden Tanktop: 2001 und 2003 spielte Angelina Jolie die Videospiel-Kämpferin, und für die Neuauflage des Franchises wurde nun Alicia Vikander ("Ex Machina"/ "The Danish Girl") unter Vertrag genommen, die ansonsten eher auf feinere Rollen gebucht ist.

Gleich zu Beginn wird sie in den Ring geworfen, wo sie sich als eine Lara Croft in einem Mixed-Artial-Arts-Kampf beweisen muss, die auch im festen Würgegriff ihrer Gegnerin nicht aufgeben will. Laras Vater (Dominic West) ist vor sieben Jahren zu einer Mission nach Japan aufgebrochen und nicht mehr zurückgekehrt.

Im familiären Landsitz entdeckt die Tochter einen versteckten Raum mit den geheimen Forschungsarbeiten. Papis warnende Videobotschaft, alle Unterlagen sofort zu vernichten, ignoriert sie und macht sich auf nach Japan, wo der Vater auf der Suche nach dem Grab der Todesgöttin Himiko verschollen ist. Die erste Hälfte von Roar Uthaugs "Tomb Raider"-Variation, die der Vorstellung der jungen Heldin in einem realistischen Gegenwarts-Setting dient, überzeugt durch solides Action-Handwerk.

Die Kampf- und Verfolgungsszenen, die durch die Londoner Innenstadt oder den Fischereihafen von Hongkong führen, sind rasant, einfallsreich und mit artistischer Ambition in Szene gesetzt. Alicia Vikander, die in ihren bisherigen Rollen die innere Stärke ihrer Figuren mit einem eher zarten Äußeren kontrastierte, kann hier zeigen, dass sie als Actionheldin auch eine glaubwürdige physische Präsenz entwickeln kann.

Aber Vikander wird im Verlauf des Filmes zunehmend zum einzigen Grund, der den Erwerb eines Kinotickets rechtfertigt. Ist die Story erst einmal auf der Spukinsel bruchgelandet, wird das kleine Einmaleins des Abenteuerfilmes ohne kreativen Innovationswillen heruntergeleiert. Da macht es keinen Unterschied, dass im Hinblick auf den asiatischen Markt der Sarkophag in einem japanischen Berg-Labyrinth eingelagert ist - der Weg dorthin wurde mit den Standardgefahren aus dem Handbuch für Mumienfilme versehen: herausschnellende Lanzen, einstürzende Fußböden, kryptische Rätselaufgaben, die in allerletzter Sekunde gelöst werden wollen.

Wer so viel Geld für Action-Choreographie und Digitaleffekte ausgibt, sollte vielleicht doch noch ein paar Dollar mehr für die Stoffentwicklung auf die Seite legen. Die wenig komplexe Handlungsführung verpufft genauso wie die angestrengte Vater-Tochter-Beziehungsdramatik, deren emotionale Tiefe nur eine unglaubwürdige Behauptung bleibt.

Tomb Raider, USA 2018 - Regie: Roar Uthaug, mit Alicia Vikander, Hannah John-Kamen, Walton Goggins, Kristin Cott Thomas, 118 Min.

(RP)
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