Tom Hanks bekämpf in "Captain Phillips" somalische Piraten

"Captain Phillips" im Kino : Tom Hanks bekämpft somalische Piraten

Piraterie-Dramen machen in den Weltnachrichten seit Jahren Schlagzeilen. Nun greift auch Hollywood den brisanten Stoff mit hochkarätiger Besetzung auf.

Diese Mischung ist perfekt. "Captain Phillips" ist ein fesselnder Thriller, der nach und nach zum Psychoduell avanciert. Der Film ist Action mit politischen-sozialen Untertönen. Mit halbdokumentarischer Handschrift und mit Hilfe einer Schulterkamera zieht Greengrass die Zuschauer 134 Minuten lang in seinen Bann.

An die spektakuläre Geiselnahme und Befreiung des amerikanischen Frachtschiffkapitäns Richard Phillips 2009 mögen sich viele erinnern. Die Welt bangte damals um den Kapitän der "Maersk Alabama", Vater zweier Kinder, den Piraten auf einem kleinen Rettungsboot fünf Tage lang in ihrer Gewalt hatten. Der Nervenkrieg vor der Küste Somalias endete mit einem blutigen Showdown. US-Elitesoldaten töteten drei der Piraten mit Kopfschüssen, der vierte Seeräuber hatte sich ergeben. Phillips wurde als Held gefeiert, er schrieb ein Buch über den Vorfall, es ist die Vorlage für den Film.

Ruhiger Auftakt

Die Story beginnt in seinem beschaulichen Heimatstaat Vermont. Die Ehefrau (Catherine Keener) setzt ihn am Flughafen ab. In Oman geht der Kapitän an Bord des riesigen Containerschiffs "Maersk Alabama". Es soll Fracht- und Hilfsgüter nach Kenia bringen. Vor der Küste von Somalia wird es schnell ernst. Mit kleinen Booten stellen Piraten dem Frachter nach. Vier schmächtigen, aber schwer bewaffneten Somalis gelingt es, das Schiff zu kapern. Phillips und seine 20-köpfige Crew tragen keine Waffen, mit Wasserschläuchen kämpfen sie vergeblich gegen die Seeräuber.

Kein Alkaida. Nur Geschäft. Wir wollen Geld: In gebrochenem Englisch verhandelt Anführer Muse (Barkhad Abdi) mit Phillips auf der Schiffsbrücke. Dann wird er als Geisel genommen. Mit einem kleinen Rettungsboot, drückend heiß und klaustrophobisch eng, steuern sie auf die Küste zu. Umgeben von anrückenden US-Kriegsschiffen, ist Phillips seinen Entführern ausgeliefert. So ausweglos und brutal seine Lage erscheint, so groß ist der Druck somalischer Warlords auf die Piraten, die auf ihre Weise auch ums Überleben kämpfen. Sie müssen ihren Bossen Geiseln oder Geld liefern. Hanks liefert eine der überzeugendsten und ergreifendsten Szenen eines gebrochenen Mannes ab. Filmkritiker sprechen von einem Oscar-reifen Auftritt.

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(dpa)