"The Raid 2" von Gareth Evans: Grandioser Actionfilm — mit schlauem Plot

"The Raid 2" im Kino : Grandioser Actionfilm — mit schlauem Plot

Nur für Erwachsene! Die Altersbeschränkung ab 18 hat der asiatische Actionfilm "The Raid 2" zu Recht bekommen. Das brutale Werk ist nichts für Zartbesaitete. Doch Cineasten bietet der Thriller außer atemberaubenden Martial-Arts-Sequenzen auch eine brisante Story.

Der zweite Teil der "The Raid"-Trilogie um den indonesischen Undercover-Cop Rama setzt neue Maßstäbe im Action-Genre. Dem walisischen Regisseur Gareth Evans gelingt es, blutige Action-Sequenzen und imposante Kämpfe mit einer spannenden, hintergründigen Story zu verbinden.

Vor allem aber erzählt Evans seine Geschichte in sorgfältig und kunstvoll komponierten Bildern und mit bewusst, aber unaufdringlich eingesetztem Soundtrack. Da hat jeder der gedeckten Farbtöne, jede Musik-Sequenz, jeder bei einem Gefängnisaufstand in Zeitlupe in den Schlamm fallende Körper seine eigene Bedeutung.

Beim Schnitt hält sich Evans zurück. Seine rasende Choreographie benötigt keine zusätzliche Beschleunigung durch die in Actionfilmen beliebte Bild-Zerschnipselung. In "The Raid 2" gibt es keine für viele Actionwerke typischen, selbstironischen "Rums! Kawumm!"-Witzchen.

Auch untypisch für einen Actionkracher: 148 lange Minuten dauert der Kampf von Rama gegen das organisierte Verbrechen. Manchmal wirkt der Film wie ein Realität gewordenes Ego-Shooter-Computerspiel. Doch was den Film so faszinierend macht, ist der Verzicht auf Spezialeffekte. Die Schauspieler absolvierten vor dem Dreh ein hartes Training. Die Kampfszenen wurden ebenso analog gefilmt wie eine spektakuläre Autoverfolgungsjagd.

(dpa)