Die Komödie "American Pie" wird fortgesetzt: Sexklamotte ist sich für nichts zu fein

Die Komödie "American Pie" wird fortgesetzt: Sexklamotte ist sich für nichts zu fein

Alle sind sie wieder da, wenn auch mit ein paar mehr Falten: Finch, Jim, Kevin und Stifler, Heather und Michelle aus der legendären "American Pie"-Truppe. Diesmal gehts zum Klassentreffen - der derbe Humor aber, der ist ganz der alte.

"American Pie" ist ein Phänomen der Popkultur. Gemeint ist die Teen-Sex-Komödie von 1999, ein Streifen mit Kultstatus. Zwei offizielle Nachfolger gab es: "American Pie 2" sowie "American Pie - Jetzt wird geheiratet".

Das Erfolgsrezept: zotiger Humor, immer hart an der Grenze zur Geschmacklosigkeit und chaotische, dabei liebenswerte Charaktere. Den vierten Teil nun - "American Pie - Das Klassentreffen" - hat das Regie-Duo Jon Hurwitz und Hayden Schlossberg übernommen. Paul Weitz, von dem der erste Film stammt, fungiert als Produzent. Erneut sind von Mena Suvari bis Jason Biggs die Darsteller der Ursprungsbesetzung dabei.

1999 ging es den Boys vor dem Highschool-Abschluss vor allem um eines: endlich "das erste Mal" hinter sich zu bringen. Sex, das war das große Mysterium. Später dann, zu College-Zeiten ("American Pie 2"), ging es darum, die Fähigkeiten zu vertiefen: Ein Haus am Strand diente als Liebesnest. 2003 schließlich hieß es: "Jetzt wird geheiratet" ("American Pie 3").

Neun Jahre sind vergangen seit der chaotischen Hochzeit von Michelle und Jim. Diesmal trifft sich die Clique im Heimatstädtchen East Great Falls zum "Klassentreffen". Beruflich zwar haben sich alle irgendwie eingerichtet, recht schnell aber wird klar, dass nicht alles gut läuft: weder bei Jim und Michelle noch bei Finch, dem so weltgewandten "Globetrotter".

Die seit dem ersten Teil vergangenen 13 Jahre spiegeln sich wider in den leicht gealterten Gesichtern der Hauptdarsteller. Der Humor aber zielt weiterhin mit bemerkenswerter Konsequenz unter die Gürtellinie.

Was Fans einerseits den erneuten Einstieg erleichtern dürfte, was andererseits für nicht allzu viel Überraschung sorgt: hier ein wenig nackte Haut, da ein derber Fäkalwitz und viel, manchmal eben doch zu viel, Gerede über Sex - die für die Frühdreißiger einfach immer noch wichtigste Nebensache der Welt.

Bisweilen vermisst man die Unschuld und den Charme des Erstlings. Dann wieder sorgen über den Film verstreute Bezüge für schöne Nostalgie: Stifler ist noch immer das große, unsensible Arschloch, Jim verfehlt kaum ein Fettnäpfchen, Finch ist so distinguiert wie ehedem, erneut großartig gespielt von Eddie Kaye Thomas.

Nicht zuletzt haben auch die heimlichen Stars der Film-Reihe, Stiflers Mom (Jennifer Coolidge) und Jims Dad (Eugene Levy), wieder einen famosen Auftritt. Bis hin zum zweisam genossenen Joint.

Weder inhaltliche noch formale Innovationen sollte man vom Sequel erwarten. Dass wir bereits 2012 schreiben, sieht man denn auch vor allem an der technischen Fortentwicklung: Jim muss sich nicht mehr mit dem Empfang seines TV-Geräts abmühen - Pornografisches gibts schließlich jederzeit über den Laptop. Und auch von Facebook war 1999 noch nicht die Rede.

Ihrem "American Pie" haben Jon Hurwitz und Hayden Schlossberg (die auch das Skript verantworten) kaum neue Zutaten beigefügt. Treue Fans der Reihe dürfte genau das freuen. Ob man mit diesem "Klassentreffen" allerdings 15-Jährige von heute ins Kino locken kann, bleibt abzuwarten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: "American Pie 4" - tragisches Klassentreffen

(csr)