Kino-Kritik: Pummel lernt kämpfen

Kino-Kritik : Pummel lernt kämpfen

Düsseldorf (RP). Dieses Kerlchen ist einfach zum Knuddeln. Wenn der pummelige Pandabär Po mit dickem Bauch und unbeholfenen Bewegungen über die Leinwand hüpft, hat er die Lacher und natürlich die Sympathien auf seiner Seite. Sein ungeliebter Job als Lehrling in der Nudelsuppen- Küche seines Papas stellt ihn längst nicht mehr zufrieden, er träumt von einer Karriere als Kung- Fu-Kämpfer. Doch wie soll man diesen artistischen asiatischen Kampfsport ausüben, wenn man so fett und ungelenk ist wie dieser flauschige Faulpelz?

Schon nach wenigen Minuten hat man die Hauptfigur liebgewonnen, und die Kunst von Animationsfilmen besteht ja seit goldenen Disney- Zeiten darin, dass man ihre Helden schnell ins Herz schließt. Natürlich bietet Hollywood derlei Außenseitern, also den scheinbaren Schwächlingen, immer eine Chance, und die kommt für Po in Gestalt einer uralten Prophezeiung, die ausgerechnet ihn als Retter seiner Heimat und als letzte Hoffnung im Streit mit dem machtgierigen Schneeleoparden Tai Lung sieht.

Zum Entsetzen des legendären Kung-Fu-Meisters Shifu und seiner fünf besten Schüler, die sich vor einer kaum lösbaren Aufgabe sehen. Denn wie soll man aus einem naschsüchtigen Taugenichts einen furchteinflößenden Krieger machen? Das Dream-Works-Studio, das uns schon "Shrek" bescherte, setzt wieder auf Nummer Sicher und bietet die bewährte Mischung aus temporeicher Action, übermütigem Slapstick und altbekannten Botschaften von Toleranz und Durchhaltevermögen.

Flott zitieren sich die Macher durch die Klassiker des Kung-Fu- Kinos, von Bruce Lee über den Shaw-Brothers-Kultfilm "Die unbesiegbaren Fünf" bis zu Jackie Chan. Das glingt, doch die Drehbuchautoren haben mal wieder die Mär vom Aufstieg eines verkannten Außenseiters ausgebuddelt. Eine Story, die es schon gefühlte eine Million Mal gegeben hat. Während es die Pixar-Produzenten längst schaffen, wie jüngst in "Ratatouille", mit originellen Geschichten Groß und Klein zu verzaubern, ist und bleibt der "Kung Fu Panda" ein Kinderfilm. Dreikäsehochs dürften daran ihr Vergnügen haben, für Erwachsene stellt sich allerdings allzu oft ein Deja-vu-Gefühl ein.

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