Krimikomödie "Mein bester Feind": Misslungene Nazi-Satire

Krimikomödie "Mein bester Feind" : Misslungene Nazi-Satire

Düsseldorf (RP). Natürlich ist es schwer, anders als im Genre des Dramas aus der Nazizeit zu erzählen. Dem Italiener Roberto Benigni ist das mit "Das Leben ist schön" mal gelungen. Wolfgang Murnberger scheitert mit "Mein bester Feind" völlig.

Dem Italiener Roberto Benigni ist das mal gelungen, als er in "Das Leben ist schön" von einem Komiker erzählte, der seinem kleinen Sohn vormacht, das KZ sei ein Abenteuerspielplatz, auf dem es einen Panzer zu gewinnen gelte. Auch das war fast zu leicht für das schwere Thema, doch fasste diese Tragikomödie mit eisernem Griff nach dem Herzen, gerade weil da ein sentimentaler Geschichtenerzähler der Barberei Poesie entgegensetzen will und schrecklich scheitert.

In "Mein bester Feind" versucht sich Wolfgang Murnberger ("Der Knochenmann") nun an einem Verwechslungskrimi während der Nazizeit und scheitert völlig. Denn Murnberger lässt die Leichtigkeit eines Genres eben nicht schmerzlich auf den barbarischen Gegenstand prallen, sondern versucht ungebrochen, ein heiteres Schurkenstück zu erzählen, das wie zufällig auch ins KZ führt. Das ist unangemessen lapidar und wirkt so konstruiert, dass man das ungute Gefühl nicht loswird, dass die Nazizeit hier bloße Kulisse ist, weil sich das immer gut verkauft.

Hinzu kommt, dass ausgerechnet der propere Moritz Bleibtreu einen Juden spielt, der gegen Ende des Films mehrere Jahre KZ-Haft hinter sich haben soll, aber immer noch satt und gutgelaunt wirkt, als komme er gerade aus einem Ferienlager. In der Logik der Handlung muss das auch so sein, weil dann ja ein Verwechslungsspiel beginnt, bei dem der KZ-Häftling in die Rolle des SS-Manns schlüpft und umgekehrt. Natürlich hätte das in Wirklichkeit niemals auch nur eine Sekunde funktioniert, aber davon will der Film nichts wissen. Obwohl ansonsten alles authentisch wirken soll.

So ist "Mein bester Feind" eine misslungene Möchtegern-Satire mit schlichter Krimihandlung und darum völlig entbehrlich. l

(RP)
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