Dritter Teil im Kino: "Men in Black" sind wieder in Form

Dritter Teil im Kino : "Men in Black" sind wieder in Form

Im dritten Teil der erfolgreichen Actionfilm-Serie gehen die Helden Will Smith und Tommy Lee Jones auf Zeitreise. Die Kampfszenen sind irrwitzig wie eh und je, diesmal dürfen die Hauptfiguren aber auch richtige Charaktere werden. Eine gelungene Fortsetzung.

Die asiatische Küche sieht sich doch einigen Vorurteilen ausgesetzt. Hunde, Hühnerfüße, was dort nicht alles zubereitet wird. Vom ganzen Glutamat mal zu schweigen.

Wer Agent K (Tommy Lee Jones) und Agent J (Will Smith) dann erstmal sieht, wie sie einen China-Imbiss in Manhattan betreten, wie immer auf der Suche nach außerirdischem Leben, könnte sich bestätigt sehen. Natürlich ist im Restaurant wenig süß-sauer, sondern für Alienjäger alles ziemlich pikant.

Schleimige Klopsmonster brutzeln auf dem Herd, in der Suppe schwimmen Augen, ein monströses Fischwesen liegt im Wassertank. Informationen brauchen die beiden Agenten. Sie bekommen eine Schlacht, in der am Ende kein Stäbchen auf dem anderen liegt.

Die "Men in Black" sind zurück, und natürlich ist das gleichbedeutend mit irrwitzigen Kämpfen gegen die Missbildungen des Universums. Aber: Die stehen nicht mehr im Mittelpunkt. Zehn Jahre ist es her, dass Will Smith und Tommy Lee Jones sich der schwarzen Anzüge entledigten.

Die geheime Behörde musste erstmal für sich arbeiten, ohne Zuschauer. Vielleicht gab es auch keine ausreichende Bedrohung der Menschheit, oder Sony hatte Angst. Angst davor, mit einem dritten Teil den Ruf der Serie endgültig zu beschmutzen. Teil eins ein Blockbuster erster Güte (über 580 Millionen Dollar Einspielergebnis), nahmen Fans den zweiten mit gemischten Gefühlen auf. Immerhin: Barry Sonnenfeld führt wieder Regie, die Stamm-Besetzung ist dabei, Steven Spielberg produzierte.

Dass keiner zu wenig Vertrauen in die Fortführung der Serie hatte, spricht zuallererst für den Film. Der dritte Teil bemüht das oft verwertete und öfter noch missglückte Motiv der Zeitreise. Nach 40 Jahren Gefangenschaft kann sich Boris The Animal, ein Boglodit, aus seinem Gefängnis befreien. Agent K hatte zu seiner Festnahme geführt, Boris ist auf Rache aus — hatte ihm der Kampf doch einen Arm gekostet. Dazu reist der Außeriridische nach seiner Flucht mit einem Amulett zurück ans Cape Canaveral, zurück zu dem Tag des Kampfes gegen K.

Dieses Mal tötet er den Agenten. Folge: J findet sich in einer Gegenwart wieder, in der K seit 40 Jahren nicht mehr lebt. Er erinnert sich zwar an seinen Partner, sonst aber keiner. Über Umwege kommt er auf den entscheidenden Tag und Ort und reist selbst zurück in der Zeit. J lernt dort den jungen K kennen — gespielt von Josh Brolin ("No Country for Old Men", "Milk"). Damit entfernt sich der dritte Teil massiv von den Vorgängern. Nicht mehr Tommy Lee, sondern Brolin ist Smiths Filmpartner. Und der junge K weist bereits erstaunlich konsequent die Charakterzüge der älteren Version auf.

Ein großer Teil des MIB-Geheimnisses ist immer das ungleiche Team gewesen. Seit Jahren Partner, wissen J und K fast nichts voneinander. Der Ältere verschlossen, konfliktbeladen, Einzelgänger.

Einer, der einen Partner so dringend braucht wie außeriridische Invasionen. J dagegen ist der junge Wilde, mutiger, aber naiver. Eine Beziehung mit Hindernissen. Auch am Anfang des dritten Teils, noch vor der Zeitreise, versucht J wieder einmal, mehr über das Leben seines Kollegen zu erfahren. Doch der schweigt. Es kommt zum Zerwürfnis. Dann verschwindet K.

Nach der Zeitreise betritt die Film-Serie Neuland. Außergewöhnliche Aliens, wilde Kampfszenen rücken in den Hintergrund, der Fokus wird auf den Aufbau der Charaktere gelegt. Natürlich bleibt es amüsant, wenn J den jungen K überzeugen muss, dass er kein Irrer ist, ihm helfen will. Und das grundlegende Misstrauen dem Mann aus der Zukunft gegenüber ist elementarer Unterhaltungsfaktor. Der Schritt zurück in die Zeit der amerikanischen Civil Wars ist dabei ein cleverer. J sieht sich mit den Vorbehalten gegenüber dunkelhäutigen Menschen konfrontiert, gleichzeitig jagt er Aliens in Andy Warhols legendärem "The Factory"-Club.

Besonders ist die Chemie zwischen den Darstellern. MIB-Neuling Brolin hat Jones ausreichend studiert, um ein perfektes Porträt abzuliefern, verleiht dem Charakter aber gerade genug Eigenständigkeit, um nicht wie ein Abziehbild zu wirken. Er ist es auch, der dem dritten Teil der Serie aus der Vergangenheit heraus Substanz verleiht. Und die zweite Wiedererzählung nicht notwendiger, aber sehenswerter macht.

Drei von fünf Sternen

Hier geht es zur Bilderstrecke: Szenenbilder "Men in Black 3"

(RP/csr/das)