Thriller "The Roommate": Gruselfilm vom Campus

Thriller "The Roommate" : Gruselfilm vom Campus

(RP). Dass etwas nicht stimmt mit der neuen Mitbewohnerin, die der naiven Erstsemestlerin Sara (Minka Kelly) im Wohnheim der Universität zugeteilt wurde, ahnt der Zuschauer schon nach kurzer Zeit. Denn schon da macht die sich nett gebende Rebecca (Leighton Meester) nicht gerade einen vertrauenerweckenden Eindruck. Nur die vom Land nach Los Angeles gezogene Sarah blickt nicht durch, obwohl ihre Kommilitonen schon bald die eine oder andere Warnung zum Besten geben.

Dass sich die blauäugige Studienanfängerin auf einer Party in einen Musiker verguckt, passt der besitzergreifenden wie psychisch labilen Zimmergenossin ebenso wenig wie vieles andere, was die WG-Partnerin auf dem Campus anstellt. Denn Rebecca hat einen Narren an ihrer neuen Busenfreundin gefressen und unternimmt alles, um Sara ganz für sich allein zu haben. Als die nach einem Besuch bei Rebeccas Eltern schließlich auch Verdacht schöpft, scheint es fast schon zu spät zu sein.

Es ist alles andere als originell, was uns der dänische Regisseur Christian E. Christiansen, der 2008 eine Oscar-Nominierung für seinen Kurzfilm "Om natten" erhielt, in seiner ersten Hollywood-Arbeit auftischt. Ja, die Geschichte erinnert sogar sehr an "Weiblich, ledig, jung sucht ...", jenen Psychoschocker, den Barbet Schroeder ("Barfly") 1992 drehte und in dem Jennifer Jason Leigh ihrer Mitbewohnerin Bridget Fonda gemeingefährlich nachstellte. Aber auch ansonsten besteht sein Teenager-Thriller aus Versatzstücken, die man in anderen Filmen gesehen hat.

Altbekanntes Rezept

Die Zitierwut gipfelt in zwei holprig inszenierten Duschszenen, in denen der Jungregisseur vergeblich versucht, Hitchcocks "Psycho" nachzueifern. Im Grunde kann man die Uhr danach stellen, was als nächstes passiert, und diese Vorhersehbarkeit erstickt jeden Anflug von Spannung im Ansatz. Ob das süße Kätzchen, das im Waschschleudergang landet, der zudringliche Professor (Billy Zane), der bedroht wird, oder die finale Messerattacke, in der die Psychopathin ihrem Objekt der Begierde brachial auf den Leib rückt — all das kennt man zu Genüge.

Christiansens Variante bleibt am Ende im tristen Mittelmaß stecken.

Bewertung: 2 von 5 Sternen

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(RP)
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