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Dreamworks neuester Streich: "Monsters vs. Aliens": Großer Monster-Auflauf in 3D

Dreamworks neuester Streich: "Monsters vs. Aliens" : Großer Monster-Auflauf in 3D

(RP). Es scheint irgendwie an Jeffrey Katzenberg, dem Boss der Trickfilmschmiede Dreamworks, zu nagen, dass er in gewissen Kreisen immer nur die zweite Geige spielt. Während er stets versucht, im Wettstreit der großen Animationsstudios ein Brikett nachzulegen, ernten die Konkurrenten von Pixar ständig das höchste Lob der Kritiker und alle möglichen Oscars obendrein.

Dabei könnte sich Mr. Katzenberg zurücklehnen, rangieren doch seine drei "Shrek"-Streifen unter den vier erfolgreichsten Animationsfilmen aller Zeiten. Doch ganz nüchtern betrachtet liegen Welten zwischen den Studios. Derweil die Pixar-Perlen wie "Ratatouille" oder "Wall-E" leichtfüßig und gleichsam subtil, ja einfach eleganter daherkommen, wirken die Dreamworks-Filme immer etwas klobiger, uneinheitlicher, ja eben nicht gerade elegant. Die Mischung ist dabei fast immer die gleiche: viel Action, viel Situationskomik und ein Sammelsurium an Filmzitaten.

Auch "Monsters vs. Aliens" startet mit einer Persiflage auf einen Hollywood-Oldie. So erinnert es an den "Angriff der 20-Meter-Frau" von 1958, wenn hier eine junge Frau an ihrem Hochzeitstag von Weltraumschleim getroffen wird und zur Riesin mutiert. Ehe sich die gigantisch gewachsene Susan ihrer Lage bewusst wird, ist sie schon weggesperrt, vom amerikanischen Militär, das in einem geheimen Verlies Monster sammelt.

In dem gemütlichen Kerker trifft Susan auf andere Kreaturen, die aber allesamt gebraucht werden, als ein böser Alien-Roboter die Erde bedroht. Dass das bislang teuerste Produkt der Dreamworks-Werkstatt im 3-D-Verfahren hergestellt wurde, wie Mr. Katzenberg in den letzten Monaten immer wieder großspurig ankündigte, ist zwar gut und schön, macht aber nur Sinn, wenn das Kino um die Ecke über eine dementsprechende Technik verfügt, was in Deutschland nur in rund 30 Abspielstätten der Fall ist.

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Woran es dem jüngsten DreamWorks-Film bei allem Aufwand erneut mangelt, ist eine dichte Dramaturgie, in der ein Rädchen ins andere greift. Da hat es auch nichts geholfen, dass gleich sechs Autoren am Drehbuch getüftelt haben.

Dennoch: Als Nummernrevue funktionert der Film. Was vor allem an den schrägen Figuren liegt, und auch am Tempo, mit dem das Regie-Gespann Rob Letterman und Conrad Vernon den munteren Monsterauflauf vorantreibt. Wie sich die Macher hier durch die halbe Science-Fiction-Filmgeschichte parodieren, das dürfte vor allem erwachsene Begleitpersonen erfreuen.

Während sich die lieben Kleinen einmal mehr am überbordenden Slapstick der Figuren entzücken können.

Bewertung: 3 von 5 Sternen

(RP)