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Film-Kritik: Flightplan: Nicht ohne meine Tochter

Film-Kritik : Flightplan: Nicht ohne meine Tochter

Was tun, wenn man auf engstem Raum zusammen ist und trotzdem jemand verschwindet? Die Urängste einer Mutter, ihr Kind könnte abhanden kommen, werden in "Flightplan" wahr: Jodie Foster alias Kyle Pratt muss beim Flug zwischen Berlin und New York die Hölle durchstehen. Die zweifache Oscar-Preisträgerin erweist sich dabei einmal mehr als Idealbesetzung.

Der deutsche Regisseur Robert Schwentke schickt Filmfigur Kyle Pratt auf eine traurige Reise: Gemeinsam mit Tochter Julia geht sie an Bord eines zweistöckigen E-747 Jumbo Jet , mit dabei haben die beiden den Sarg ihres Mannes, der unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist. Die Mutter macht sich Sorgen um die Sicherheit Julias, die noch vom Schock des Vaterverlustes traumatisiert ist. Endlich im Flugzeug angekommen, wähnen sich beide zwar nicht wohl, aber immerhin sicher. Doch nun beginnt erst der wahre Albtraum für beide. Denn nach kurzer Zeit ist Julia von ihrem Sitz verschwunden - und bleibt das auch.

Wie besessen sucht die beunruhigte, bald schon verzweifelte Kyle ihre Tochter in der riesigen Maschine. Sie schaut unter die Sitze, in die Gepäckfächer, befragt Mitreisende und Stewardessen. Niemand weiß, wo Julia ist. Doch was schlimmer ist: Keiner will das Mädchen überhaupt wahrgenommen haben, auch nicht der Sicherheitsbeamte Gene Carson, der inkognito seinen Platz ganz in der Nähe von Kyle hat. Der alarmierte Flugkapitän Rich, ein sehr überlegter Mann, stürzt die Mutter in tiefe Selbstzweifel mit der Nachricht, Julia habe überhaupt nicht auf der Flugliste der Passagiere in Berlin gestanden und könne somit eigentlich nie an Bord gewesen sein.

Interessante Perspektiven im Riesenvogel

Dann aber erwacht wieder der Kampfgeist in Kyle, was für Aufruhr im Flugzeug sorgt. Denn ihr Verdacht richtet sich gegen eine Gruppe von mitreisenden Arabern, von denen sie zwei schon von ihrem Hotelzimmer in Berlin aus wahrgenommen hatte. Aber es sind nicht die Männer aus dem Morgenland, die Julia haben verschwinden lassen, sondern am Ende kommen ganz andere Verdächtige ins Visier...

Bis denen das Handwerk gelegt wird und Mutter und Tochter wieder vereint sind, gibt es einige logische Ungereimtheiten, über die Kinobesucher besser gnädig hinwegsehen sollten. Denn die Suchaktion in den verschiedensten Winkeln des Riesenvogels ist interessant und abwechslungsreich, zumal Handlungen, die ausschließlich in einem geschlossenen Raum spielen, stets von eigenem Reiz sind.

Neben Foster sind als Darsteller Peter Sarsgaard in der Rolle des lauernden Sicherheitsbeamten und das Vollblutmannsbild Sean Bean als Flugkapitän zu sehen. Regisseur Schwentke macht den Innenraum des Jumbo zu einem sehenswerten Handlungsort. Da der Film in den USA mit Erfolg läuft, wird er wohl bald neue Hollywood-Angebote bekommen. Eines ist in der Realität allerdings ganz anders als im Kino: Dort sind die Bordtoiletten fast immer unbesetzt, wenn die besorgte Mutter nach ihrer verschwundenen Tochter sucht - und das tut sie fast ununterbrochen in "Flightplan - Ohne jede Spur".

Hier geht es zur Bilderstrecke: Flightplan - Ohne jede Spur

(ap)