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"Dom Hemingway": Gaunerkomödie mit Jude Law

Kinostart "Dom Hemingway" : Gaunerkomödie mit Jude Law

"Dom Hemingway" hat mit Jude Law einen echten Star als Hauptdarsteller und der der Look ist überzeugend in den 70er Jahren gedreht. Der Film ist aber dennoch nur mäßig witzig.

In höchsten Tönen und mit geradezu barocker Eloquenz preist ein grober und ungepflegter Kerl in mittlerem Alter (Jude Law), von dem nur der Oberkörper zu sehen ist, sein männlichstes Körperteil. Er vergleicht es mit Renoir und Picasso, hält es für friedensnobelpreiswürdig. Der sehr irdische Grund für den verbalen Sternenflug des speckigen Knasthäftlings erschließt sich dem Kinozuschauer schon bald. Mit dieser eindrücklichen Szene beginnt die britische Gangsterposse "Dom Hemingway". Leider hält der Film des amerikanischen Krimispezialisten Richard Shepard nicht wirklich, was sein skurriler Anfang verspricht.

An Weltstar und Schönling Law (41) liegt das nicht. Der hatte sich 13 Kilo mehr auf die Rippen gehauen und liefert eine bravouröse One-Man-Show. Mit vollem Einsatz, falschen schlechten Zähnen, "gebrochener" Nase und fiesem Bartschnitt verkörpert Law den ungeheuer vitalen, vulgären, aggressiven, gefährlichen, sexlustigen, zartfühlenden und anständigen Tresorknacker Dom Hemingway, der nach zwölf Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird. Nach einem schiefgelaufenen Bruch hatte der Mann mit dem machomäßig klingenden Namen seine Kumpel nicht verraten. Doch nun will er sich beim Ex-Boss einen guten Teil des Geldes abholen, um die Freiheit nach seinem Geschmack zu feiern - mit Alkohol, Koks und jeder Menge leichter Mädchen.

Also begibt sich Dom mit seinem Freund Dickie (Richard E. Grant) nach Südfrankreich, wo der schwerreiche Mr. Fontaine (Demián Bichir) nun residiert. Und wo er eine Nahtoderfahrung macht. Danach will Dom in seiner Vergangenheit aufräumen - und findet sich schnell vor einem Safe wieder. Als weiteres Projekt will der nach wie vor selbstherrliche Sprücheklopfer, dessen Frau während seiner Haft gestorben ist, den Kontakt zu seiner ihm längst entfremdeten Tochter Evelyn wieder aufnehmen. Doch auch dieses Unterfangen gelingt ihm nur schwer.

In farbenfroher Ästhetik, die an britischen Gangsterfilm-Glamour der 60er und 70er Jahre erinnert, und untermalt von poppiger Musik kommt Shepards flott getaktete Komödie daher. Überhaupt erscheint die ganze Geschichte wie aus der Zeit gefallen und dabei allzu offensichtlich auf Originalität gebürstet. Die wirkt leider meist mehr behauptet als überzeugend entwickelt.

(dpa)