Captive: Thriller nach wahrer Begebenheit

Filmstart von "Captive": Thriller nach wahrer Begebenheit

Eine Schwerverbrecher und eine unschuldige Frau verbringen sieben Stunden zusammen in einer kleinen Wohnung. Es ist ein Kammerspiel mit Figuren, die seltsam erratisch durchs Leben wandeln.

Sie hat einfach nur Pech. Als die Kellnerin Ashley spätabends in ihre Wohnung will, wird sie auf der Straße zufällig von einem Schwerverbrecher gesehen. Der sucht auf der Flucht vor der Polizei einen Unterschlupf - und überwältigt die Frau, als sie ihre Wohnungstür aufschließt. Sie ist gefangen - "Captive", wie das Kinodrama mit Kate Mara und David Oyelowo heißt. Sieben Stunden verbringen die beiden in der Wohnung, nähern sich an, stoßen sich gegenseitig ab, begegnen einander mit Brutalität, Angst - und mühen sich um Verständnis. Währenddessen läuft draußen die Großfahndung. Der Verbrecher merkt, wie sich die Schlinge allmählich zuzieht.

Die Filmemacher um den bisher in der Kinowelt kaum in Erscheinung getretenen Regisseur Jerry Jameson orientieren sich an einer wahren Begebenheit. Sie bringen den Mut auf, die Geschichte sehr geradlinig und weitgehend ohne tosendes Hollywood-Tamtam zu inszenieren.

Letztlich geht es um zwei Verlierer, die miteinander zurechtkommen müssen: Auf der einen Seite eine junge Witwe, die das Sorgerecht für ihre kleine Tochter wegen Drogenabhängigkeit verloren hat. Auf der anderen Seite ein psychisch zerrütteter Verbrecher, der wegen Vergewaltigung seiner Exfreundin verurteilt wurde. Noch bevor er ins Gefängnis überführt wird, kann er fliehen. Dabei schießt er um sich und tötet vier Menschen.

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David Oyelowo spielt den Kriminellen überzeugend als verschlossenen Typen, der innerlich vollkommen aus der Spur gekommen und unberechenbar geworden ist. Kate Mara, Serienfans als Journalistin in "House Of Cards" bekannt, verweigert in ihrer Rolle dem Zuschauer zunächst ebenfalls Identifikationspotenzial. Als ihr eine Bekannte zu Beginn des Films ein Selbstfindungs-Buch als Mittel gegen die Drogensucht empfiehlt, wirft sie es achtlos in den Müll.

"Captive" präsentiert Leinwandfiguren, die seltsam erratisch durchs Leben wandeln, die Filmemacher bleiben nahe bei den wahren Begebenheiten. Damit entscheiden sie sich eher für ein düsteres Kammerspiel als für Actionkrach.

(dpa)